Vom Deppen zum Helden – warum Mario Gomez auf einmal wieder die größte deutsche Sturmhoffnung ist.

Und was sagt Ihr jetzt? Mario Gomez genießt seine Tore, die ihn aus einer handfesten Krise befreien.
Und was sagt Ihr jetzt? Mario Gomez genießt seine Tore, die ihn aus einer handfesten Krise befreien.

Und was sagt Ihr jetzt? Mario Gomez genießt seine Tore, die ihn aus einer handfesten Krise befreien.

dpa

Und was sagt Ihr jetzt? Mario Gomez genießt seine Tore, die ihn aus einer handfesten Krise befreien.

Düsseldorf. Am Mittwoch hat er in der Champions League wieder drei Tore für den FCBayern geschossen. 4:0 gegen Cluj. Mario Gomez freut sich darüber nicht in erster Linie mit der Mannschaft, er freut sich für sich. Bis er Tore selbstlos der Gemeinschaft zur Verfügung stellen kann, braucht es noch. Gomez war zu tief gefallen. Jetzt hat er Nachholbedarf.

Die Kritik des Präsidenten Uli Hoeneß an seinem Trainer Louis van Gaal vor wenigen Tagen war eigentlich fast ausschließlich Mario Gomez geschuldet. Hoeneß hatte 2009 als Manager die 35-Millionen-Investition in den Stuttgarter Torjäger verantwortet, eine seiner letzten Amtshandlungen. Seither muss es genagt haben an ihm. Gomez, der Flop, der Ersatzmann, der Stolperer. Die ganze Nation schien sich auf ihn eingeschossen zu haben. Nur wenige Tage nach dem Freitod des Fußball-Torwarts Robert Enke im November 2009 wurde Gomez beim Länderspiel gegen die Elfenbeinküste in Gelsenkirchen vom Publikum gnadenlos ausgepfiffen. Und jetzt spielt er wieder, trifft er wieder - und Hoeneß, der stolze Fußball-Experte, sieht sich bestätigt. "Das hätte man auch schon früher haben können", raunzte er.

Gomez wirkte stets, als passe er nicht ins System des FC Bayern

Vom Rumpelfuß zum Hoffnungsträger ist der Weg im Fußball manchmal nur einige Tore weit. In der Tat hat sich die Nation schon häufig gefragt, warum ausgerechnet dieser Gomez überhaupt noch eine Rolle in der DFB-Auswahl spielt. Der wirkte, als passe er dauerhaft in kein System mehr - und schon gar nicht in das der Bayern und der Nationalelf.

Nach der Ära Klose droht der Nationalelf ein Stürmerproblem

Des Bundestrainers Festhalten an Spielern, die er lieb gewonnen hat, schien ausgereizt. Doch hat das seinen Grund. Löw weiß, dass dem deutschen Fußball wenige Probleme drohen, eines aber doch: Nach der Ära Klose, die nach der EM 2012 beendet sein dürfte, droht Deutschland ein Stürmerproblem.

Cacau wird es in Löws System mit einer einzigen Spitze nie in die Stammelf schaffen, Patrick Helmes ist stets von Verletzungen zurückgeworfen, Stefan Kießling traut der Bundestrainer den Sprung nicht wirklich zu. Bleibt Gomez, gerade 25 Jahre alt. Ein Mann, der einst ein Versprechen war. Und dann sollte alles vorbei sein? Nein, so tickt Löw nicht, und nun scheint es, als gehe auch die längste Bewährungsprobe, die der Bundestrainer durchgehalten hat, am Ende gut aus. Wie für die Bayern, bei denen Gomez mit Einverständnis van Gaals schon aufgegeben hatte, als der Angreifer am 30. August vor dem Ablauf der Transferfrist um die Freigabe für den FC Liverpool ersuchte. Rummenigge, ein konsequenter Anhänger des Stürmers, sagte angeblich zwei Worte: "Vergiss es."

Jetzt darf sein Trainer ernten, und Gomez wird zum lebenden Beweis, dass schnelle Urteile im Fußball nichts wert sind. Mit seinen Toren schießt er eben jenen Trainer aus der Bredouille, der ihn nie geschätzt hat. Dankbarkeit wird er dafür kaum ernten.

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