Der Torwart träumt auch von der WM 2010 mit der Nationalmannschaft.

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Macht auch als Schütze eine gute Figur: Schalkes Torwart Manuel Neuer.

Macht auch als Schütze eine gute Figur: Schalkes Torwart Manuel Neuer.

dpa

Macht auch als Schütze eine gute Figur: Schalkes Torwart Manuel Neuer.

Valencia. Sein Ziel ist die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Manuel Neuer zählt zu den ganz großen deutschen Torwart-Talenten. Mit dem FC Schalke 04 will der 22-Jährige irgendwann deutscher Meister werden, in dieser Saison möglichst noch in die Champions League. Im Interview mit unserer Zeitung spricht Neuer über seine kurzfristigen und langfristigen Ziele.

Herr Neuer, es gibt so gut wie keinen Fußballprofi, der Trainingslager mag. Sie wirken auch schon ziemlich müde. Würden Sie lieber heute als morgen zurück nach Gelsenkirchen?

Manuel Neuer: Es stimmt schon, es ist ziemlich anstrengend mit drei Trainingseinheiten am Tag. Aber ehrlich gesagt bin ich diesmal sehr froh, dass ich dabei sein kann.

Weshalb?

Neuer: Weil ich in der Sommervorbereitung aufgrund meiner Fußverletzung nicht dabei war. Es war ganz schwer für mich, zuschauen zu müssen. Deshalb ist für mich jetzt umso wichtiger, hier in Valencia die körperlichen Grundlagen für die Rückrunde zu schaffen.

Dabei könnten Sie es doch jetzt, anders als im Sommer, ganz ruhig angehen lassen. Ihr größter Konkurrent, Ralf Fährmann, wechselt zur kommenden Saison zu Eintracht Frankfurt.

Neuer: Das spielt doch gar keine Rolle. Ich muss mich erst einmal auf mich selbst konzentrieren. Der Ralf hat hier keine Chance gesehen, zu spielen und die Nummer eins zu werden. Deshalb kann ich seine Entscheidung gut verstehen. Es ist aber eigentlich schade, dass er geht.

Sie trauern einem Konkurrenten nach?

Neuer: Wir kennen uns seit sechs Jahren, haben ein sehr gutes kollegiales Verhältnis. Wir haben uns trotz aller Rivalität immer sehr gut verstanden. Wir Torhüter in Schalke sind ja alles vernünftige Leute.

Probleme gibt es in der Mannschaft auch eher im Offensivbereich. Was ist in der Hinrunde schief gelaufen?

Botschaft Gerald Asamoah lächelt. "Wir brauchen in unserer Mannschaft ein Arschloch, jemanden, der dazwischen haut", sagt er und setzt ein unschuldiges Gesicht auf. Das Trainingslager in Valencia, die körperlichen Mühen erscheinen vor diesem Hintergrund als Pflichterfüllung. Die sportlichen Probleme der Schalker scheinen in der teaminternen Hierarchie zu liegen.

Chancen Asamoah selbst sieht sich nicht in der Lage, eine Führungsrolle einzunehmen: "Ich saß zu oft auf der Bank, das wäre nicht glaubwürdig." Die Rückrunde soll die Wende bringen. "Wir können noch auf einen Champions-League-Platz kommen", sagt er. "Schlechter als in der Hinrunde kann es ja nicht mehr werden."

Neuer: Das halbe Jahr haben wir uns natürlich auch anders vorgestellt. Wir sind Siebter und stehen auch noch hinter Dortmund. Das geht gar nicht. Es liegen einfach zu viele Punkte zwischen uns und der Spitze. Es bringt aber nichts, das an Einzelnen fest zu machen. In den letzten vier Spielen in der Bundesliga sind wir als Mannschaft aufgetreten. Das sah schon besser aus. Daran müssen wir anknüpfen.

Die Integration der Neuen wie Orlando Engelaar oder Jefferson Farfan ist demnach noch nicht abgeschlossen?

Neuer: Wir haben auch einen neuen Trainer bekommen, der eigene Vorstellungen hat. Das braucht alles Zeit. Aber wir sind jetzt auf einem guten Weg.

Glauben Sie wirklich, Sie können das Saison-Minimalziel, Platz drei, noch erreichen?

Neuer: Wir haben immer noch hohe Ansprüche an uns. Viel wird von einem guten Start abhängen. Wenn wir gut in die Rückrunde der Bundesliga kommen, dann ist noch alles möglich - auch Platz drei.

Mit einer starken Rückrunde könnten sie sich auch noch einmal nachdrücklich für die Nationalmannschaft und damit für die WM 2010 in Südafrika empfehlen. Haben Sie derzeit Kontakt zu Bundestrainer Joachim Löw?

Neuer: Nein, im Moment nicht. Aber ich spiele erstmal für die U21 die EM in Schweden. Wir haben zwar eine Hammer-Gruppe mit Spanien, Finnland und England, aber wir wollen dort ins Finale. Ich würde mich natürlich sehr freuen, in Südafrika dabei zu sein. Aber zeigen kann ich mich nur bei der U 21 und bei Schalke.

Wie groß sind Ihre Nachteile gegenüber den Konkurrenten, René Adler oder auch Robert Enke?

Neuer: Das weiß ich nicht. Ich kann mich nur da zeigen, wo ich auch spiele. Ich versuche mich durch gute Leistungen in den Vordergrund zu bringen und bleibe nach außen ruhig. Alles weitere wird sich ergeben.

Die Chancen, dass Sie mit dem FC Schalke 04 in dieser Saison noch Meister werden, sind nur noch theoretisch. Hätten sie Sympathien für einen Titelgewinner wie Hoffenheim?

Neuer: Das ist wirklich völlig egal. Wichtig wäre für mich, dass wir mal Meister werden.

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