Der Klub aus der Premier League bedient sich auf Europas Markt – zu jedem Preis.

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Neue Gesichter für City? Kaka, Craig Bellamy und Nigel de Jong.

Neue Gesichter für City? Kaka, Craig Bellamy und Nigel de Jong.

dpa

Neue Gesichter für City? Kaka, Craig Bellamy und Nigel de Jong.

Düsseldorf. Eigentlich ist Craig Bellamy ja eine recht kleine Nummer in der Enzyklopädie des Weltfußballs, verglichen mit den Kakas, Ronaldos oder Messis dieser Welt. Am Montag aber ist Bellamy aufgenommen worden in das ambitionierte Projekt von Manchester City. Seit Montag ist bekannt, dass der walisische Nationalstürmer - freilich der einzige Waliser von höherem internationalen Format - für 15,5 Millionen Euro von West Ham United kommt. Sofort.

Zuvor hatte Manchester bereits Linksverteidiger Wayne Bridge vom FC Chelsea gekauft. Mit Hamburg hat man sich auf den Wechsel von Nigel de Jong für 20 Millionen Euro geeinigt. Nur der Spieler muss noch zustimmen. Und auch Mailand soll einverstanden sein, den Brasilianer Kaka ziehen zu lassen. Gen Manchester, für 120 Millionen Euro. Alles schnell, alles sofort. Nur Kaka ringt noch mit sich.

Das Vermögen der Scheich-Familie beläuft sich auf eine Trillion Dollar

Der Mann, der derart aufs Tempo drückt, ist Scheich Mansour bin Zayed al Nahyan. Wie mit dem Einkaufswagen spaziert der Milliardär aus Abu Dhabi durch die Einkaufsregale des internationalen Fußballs, packt hier und dort ein, als befänden sich nicht fast alle Mannschaften inmitten einer durchplanten Saison.

Das treibt die Preise hoch, aber das ist dem Scheich egal. 90 Prozent hält er an der "Abu Dhabi United Group for Development and Investment", kurz Adug, die am 1. September vergangenen Jahres Manchester City kaufte.

Das Vermögen seiner Familie soll sich auf eine Trillion Dollar belaufen, also etwa 690 Milliarden Euro. Ölgeschäfte, versteht sich. Zum Vergleich: Roman Abramowitsch, der Chelsea London besitzt, verfügte vor der Finanzkrise über rund 16 Milliarden Dollar.

Angefangen hatte der Scheich seine Einkaufs-Tour im Sommer. Damals hatte er die Brasilianer Robinho (Real Madrid/43 Millionen Euro Ablöse) und Jo (ZSKA Moskau/24 Millionen Euro) auf die Insel geholt. Aber das hat nicht gereicht, City belegt Platz elf in der Premier League. Das gefällt dem Scheich nicht. Der Höhenflug muss doch zu kaufen sein.

In Hamburg profitieren sie wieder einmal von den unbegrenzten Möglichkeiten der reichen Klubbesitzer. De Jong kam 2006 für 1,5 Millionen Euro von Ajax Amsterdam. Diese Wertsteigerung hatte der HSV auch schon im Fall von Khalid Bouhlarouz erfahren, der vor zwei Jahren für 13,2 Millionen Euro zum FC Chelsea gewechselt war.

Und auch Rafael van der Vaart veräußerten die Hamburger für 15 Millionen Euro an Real Madrid. "Man muss auch mal einen Schritt zurück machen, um drei nach vorne zu gehen", sagt HSV-Trainer Martin Jol zum jüngsten Transfer, der ihm zweifellos neue Möglichkeiten bietet.

Für den Scheich wäre das allerdings nichts.

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