Der trainierende Manager soll den Traditionsklub in eine neue Zeit führen. Die Aufgabe nimmt der 56-Jährige ernst.

Felix Magath tritt in Gelsenkirchen als konsequenter Fußballtrainer, Manager und Sanierer auf.
Felix Magath tritt in Gelsenkirchen als konsequenter Fußballtrainer, Manager und Sanierer auf.

Felix Magath tritt in Gelsenkirchen als konsequenter Fußballtrainer, Manager und Sanierer auf.

dpa

Felix Magath tritt in Gelsenkirchen als konsequenter Fußballtrainer, Manager und Sanierer auf.

Gelsenkirchen. Nebeneinander aufgereiht dürften die Spieler des FC Schalke 04 mittlerweile von der Grundlinie bis zur Mittellinie eines Fußballfeldes reichen. Immerhin stehen derzeit 37 Profis im Kader des Gelsenkirchener Traditionsklubs.

Der FC Bayern hat gerade seinen Kader auf 22 Spieler reduziert. "Mehr sind schlecht für Stimmung und Motivation", sagt Bayern-Trainer Louis van Gaal. Felix Magath scheint in diesen Dingen aber eine ganz andere Haltung einzunehmen. Oder doch nicht?

"Die Verpflichtungen sind alles bereits Vorgriffe auf die Zukunft", sagt der trainierende Manager der Schalker. "Es geht darum, gute und günstige Spieler zu finden. Wenn man auf junge Spieler setzt, muss aber auch klar sein, dass wir Zeit benötigen, um sie zu entwickeln."

Als Beispiel führt er die jüngsten Verpflichtungen an: "Der Chinese Hao und auch der Schweizer Gavranovic benötigen zum Beispiel sicher noch einige Monate." Der 56-Jährige folgt allerdings nicht dem Prinzip Willkür - oder kann sich womöglich nicht für einen Spieler entscheiden.

Felix Magath nimmt seine Veränderungsaufgabe sehr ernst

Vielmehr soll Magath die Schalker, die sich jahrelang nur mit dem Klub nahestehenden Personen wie ehemaligen Spielern erneuerten, vollständig umstrukturieren. Diese Aufgabe hat ihm der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies übertragen, diese Aufgabe nimmt Felix Magath offenbar sehr ernst. Tönnies sichert die jüngsten Investitionen nach eigenen Angaben mit seinem Vermögen ab.

Denn auch im administrativen Bereich verändert sich der Verein zunehmend. Von Finanz- bis Marketingexperten, von Pressearbeit bis persönlichen Mitarbeitern von Magath hat sich die Mitarbeiterstruktur deutlich gewandelt. Vereins-ferne scheint dabei ein wichtiges Einstellungskriterium zu sein. Schalke befindet sich gerade am Anfang eines Strukturwandels, den die gesamte Region rund um Gelsenkirchen bereits vor längerer Zeit beginnen musste.

Vorstandsmitglied Magath gilt in Schalke als harter aber fairer Sanierer. Und vor allem im sportlichen Bereich haben die Änderungswünsche Magaths bislang ungeahnten Erfolg gebracht. Aus einer Ansammlung von viel zu zufriedenen Profis hat er es verstanden, eine Mischung aus Erfahrenheit und jugendlicher Unbekümmertheit herzustellen, die derzeit in der Bundesliga für Furore sorgt.

Gelingt es Magath auch in den anderen Bereichen eine ähnliche Mischung zu finden und die großen finanziellen Unwägbarkeiten in den Griff zu bekommen, könnte dieses Modell beiden - sowohl dem Klub als auch Magath selbst - zugute kommen.

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