Bayer 04 gewinnt wieder einmal im Rhein-Derby beim 1. FC Köln und freut sich, sein Spiel erfolgreich entwickelt zu haben.

Simon Rolfes (l.) freut sich mit Stefan Kießling über seinen Siegtreffer im Rheinderby gegen den 1. FC Köln.
Simon Rolfes (l.) freut sich mit Stefan Kießling über seinen Siegtreffer im Rheinderby gegen den 1. FC Köln.

Simon Rolfes (l.) freut sich mit Stefan Kießling über seinen Siegtreffer im Rheinderby gegen den 1. FC Köln.

dpa

Simon Rolfes (l.) freut sich mit Stefan Kießling über seinen Siegtreffer im Rheinderby gegen den 1. FC Köln.

Köln. Simon Rolfes musste das immer wieder erzählen, und mit jeder Version seiner Geschichte vom Treffer zum 1:0 gegen den 1. FC Köln wurde sein Grinsen breiter und seine Laune besser.

Im Fußball entscheiden manchmal kleine, lichte Momente über den Blick auf ein Spiel: Bis zu dieser 82. Minute war Bayer Leverkusen defensiv stabil, vorne aber wenig durchschlagskräftig. Nach dem einzigen Tor des Tages durch den Nationalspieler Rolfes war die Deutung eine andere: Aus Leverkusen, das in der Vergangenheit so häufig von seiner Offensivmacht berauscht und doch ins Verderben gelaufen war, ist ein Team mit Weitblick geworden.

Eines, das zunächst defensive Stabilität sucht, und erst dann die spielerische Wucht entfaltet, die in dieser Mannschaft steckt. Und schließlich überlegt zuschlägt.

Rolfes lichter Moment, eine feine Einzelleistung, ließ Bayer tatsächlich in einem besseren Licht strahlen. Wenige Tage nach dem schmerzlichen Pokal-Aus in Kaiserslautern kam die Aufgabe bei Lieblingsgegner Köln genau richtig.

Köln ist seit 1997 gegen Leverkusen ohne dreifachen Punktgewinn

"Ich habe noch keinen Punkt mit Leverkusen in Köln abgegeben. Und ich weiß, dass die Kölner auch aus dieser Serie heraus viel Respekt vor uns hatten", sagte Rolfes und bewies über seine seine herausragende Leistung hinaus, ein Spiel lesen zu können: "Mitte der zweiten Halbzeit war ich mir sicher, dass wir gewinnen werden. Wir sind immer besser und leichter durchgekommen. Es war nur eine Frage der Zeit, wann wir zuschlagen."

Das übernahm der Mann, der in der Nationalmannschaft und dort wohl auch im Spiel gegen Russland am 10. Oktober Thomas Hitzlsperger vor sich haben wird, höchstselbst. Sein dritter Saisontreffer besiegelte die Niederlage des FC, der damit seit dem 24. Mai 1997 (4:0) gegen den Konkurrenten von der anderen Rhein-Seite ohne dreifachen Punktgewinn ist.

Köln hatte aufopferungsvoll gekämpft, konnte aber nichts mehr zusetzen, als das letzte Aufbäumen gefragt war. "Das war heute ganz klar ein Rückschlag", fand Lukas Podolski nach zuletzt gefeierten zwei Kölner Siegen gegen Stuttgart und Wolfsburg.

Und bei aller spielerischer Unterlegenheit: Für die Gastgeber war auch gegen Leverkusen tatsächlich ein Punkt drin. "Absolut ausgeglichen", fand Trainer Zvonimir Soldo das Spiel, und seine heftige Wutreaktion nach dem Gegentreffer offenbarte die überbordende Enttäuschung des Kroaten, der Erfolge dringend braucht, um seine Stellung in Köln zu festigen.

Das hat Jupp Heynckes auf Leverkusener Seite nur bedingt nötig. Denn die vorhandenen Erfolge seiner Mannschaft werden ihm ohne Abstriche zugeschrieben. "Wir waren spielerisch deutlich besser, und wir wissen, dass wir ein solches Spiel jederzeit gewinnen können. Das zeichnet unsere Mannschaft in diesem Jahr aus", sagte Torwart René Adler.

Diese Ausstrahlung geht auf den Gelassenheit ausstrahlenden Heynckes zurück, ganz sicher aber auch auf den erfahrenen Abwehrspieler Sami Hyypiä. Manuel Friedrich, der in der Abwehr in dieser Saison so souverän wie nie zuvor auftrumpft, bestätigt das: "Neben ihm zu spielen, ist ein Geschenk für mich. Ich freue mich über jede Minute, in der ich von einem solchen Spieler lernen kann."

Dass Friedrich und Hyppiä aber an diesem Nachmittag in Köln gar nicht viel Arbeit zu verrichten hatten, lag an den Strategen vor ihnen: Arturo Vidal und eben Rolfes fingen alles ab, was Köln nach vorne in die Waagschale geworfen hatte.

"So haben früher die Spitzenclubs ihre Spiele gewonnen", meinte Heynckes und hatte damit mehr gesagt, als er wahrscheinlich wollte.

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