Gegen die Elfenbeinküste führt der kritikfreudige Bayern-Profi das Nationalteam in die Schalke-Arena.

Weil Michael Ballack (l.) verletzt ausfällt, übernimmt Philipp Lahm seinen Job.
Weil Michael Ballack (l.) verletzt ausfällt, übernimmt Philipp Lahm seinen Job.

Weil Michael Ballack (l.) verletzt ausfällt, übernimmt Philipp Lahm seinen Job.

dpa

Weil Michael Ballack (l.) verletzt ausfällt, übernimmt Philipp Lahm seinen Job.

Düsseldorf. Philipp Lahm ist nicht mehr das liebe, nette Fußball-Talent mit dem Lausbubengesicht. Der Schwarm aller Schwiegermütter ist längst zum Führungsspieler der Nationalelf geworden und trägt am Mittwoch die Kapitänsbinde auf den Rasen der Schalke-Arena - für den verletzten Michael Ballack. "Für Philipp ist es ein besonderes Spiel", sagt Oliver Bierhoff.

Der Manager der Nationalmannschaft, die am Mittwoch gegen die Auswahl der Elfenbeinküste antritt (20.45 Uhr/ ARD), weiß genau, dass die Kontroverse "Lahm gegen den FC Bayern" nur durch die Ereignisse um Robert Enke schnell aus dem Fokus der Öffentlichkeit verschwunden ist. "Die Lahm-Aussagen in München waren für uns in der Nationalmannschaft kein großes Thema", sagt er in Düsseldorf, schränkt aber ein: "Natürlich ist darüber gesprochen worden."

Bayern-Verteidiger setzt sich gegen Bierhoff-Kritik zur Wehr

Ganz so einverstanden mit Lahms Kritik an der Personalpolitik des Rekordmeisters scheint Bierhoff nicht zu sein. "Wir brauchen mündige Spieler. Und es ist gut, wie Philipp immer wieder versucht, seine Kritik in eine positive Richtung zu drehen." Doch bei der Nationalmannschaft hätte es laut Bierhoff so einen Vorgang nicht gegeben. Dass sich ein Spieler an Bundestrainer und Teammanager vorbei an die Öffentlichkeit wendet.

Mit Ausnahme von Michael Ballack vielleicht. Philipp Lahm lässt auch nichts im Raum stehen, nachdem Bierhoff das Podium verlassen hat. "Ich weiß, welchen Stellenwert ich hier einnehme, und fühle mich bestätigt", sagt der 26-jährige Lahm. "Ich versuche in den Gesprächen mit dem Trainer, Einfluss zu nehmen."

Am Dienstag waren erst 25.000 Tickets für das Länderspiel abgesetzt

Ein Fußballfest wird das Aufeinandertreffen der DFB-Elf mit dem Team von der Elfenbeinküste eher nicht. Nicht nur die Gedanken bei den deutschen Spielern an den Tod von Robert Enke und der verletzungsbedingte Ausfall von Superstar Didier Drogba vom FC Chelsea bei den Ivorern werden dafür sorgen.

Gerade einmal 25.000 Ticktes waren am Dienstag verkauft, der Hunger der Fans auf ein Testspiel in der Vorweihnachtszeit ist nicht gerade riesig. Philipp Lahm versucht auch bei diesem Thema, seine Rolle als Führungsspieler auszufüllen: "Es werden sicher noch einige Zuschauer dazukommen, denn ich kann ein gutes Spiel versprechen, weil beide Mannschaften auf Tore aus sind."

Lahm erzählt von einer positiven Jahresbilanz, die man sich im letzten Länderspiel 2009 nicht kaputtmachen lassen will. Das Finnland-Spiel in Hamburg (1:1) hat Lahm dabei ausgeklammert, denn da lief nach der WM-Qualifikation wenig zusammen. Das soll am Mittwoch anders werden. Trotz der Ereignisse der vergangenen Woche.

"Es war wichtig, dass wir getrauert haben. Am Samstag hätten wir unmöglich spielen können", sagt Lahm. "Jetzt machen wir einen neuen Anfang. Ich freue mich jedenfalls darauf, wieder Fußball spielen zu können."

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