Der 1:0-Sieg gegen den FC St. Pauli gerät in den Schlusssekunden in ernsthafte Gefahr.

Torschütze Taner Yalcin (oben) wird von den Kölnern gefeiert.
Torschütze Taner Yalcin (oben) wird von den Kölnern gefeiert.

Torschütze Taner Yalcin (oben) wird von den Kölnern gefeiert.

dpa

Torschütze Taner Yalcin (oben) wird von den Kölnern gefeiert.

Köln. Diese letzte Minute im Kölner Stadion dürfte entscheidend für die Zukunft von Zvonimir Soldo gewesen sein. Hätte Richard Sukuta-Pasu am Sonntagabend in letzter Sekunde für den FC St. Pauli nicht das Kunststück fertig gebracht, den Ball aus zwei Metern Entfernung nicht im Tor des 1. FC Köln zu versenken, der Trainer der Rheinländer hätte wohl seinen Job verloren.

Podolski schießt an den Pfosten, Yalcin nutzt den Abpraller

So allerdings besiegten die Kölner den Aufsteiger aus Hamburg äußerst knapp und letztlich glücklich mit 1:0 und verhinderten mit dem ersten Saisonsieg in der dritten Bundesligapartie einen kompletten Fehlstart - und den ersten Trainerwechsel der jungen Saison.

Taner Yalcin (17.) traf für die Kölner vor 50.000 Zuschauern, nachdem Lukas Podolski einem knallharten Schuss an den Torpfosten setzte und Yalcin den Abpraller gekonnt von der Strafraumgrenze über die Torlinie der Hanseaten bugsierte.

"Das hat Nerven gekostet", sagte Soldo, der ausnahmsweise Emotionen zeigte und erleichtert lächelte. Die Kölner zitterten das Spiel über die Zeit. Dabei waren sie nach der Führung die deutlich überlegene Mannschaft und hatten sich einige gute Tormöglichkeiten herausgespielt, diese aber allzu leichtfertig vergeudet.

Christian Clemens stürmt, Milivoje Novakovic sitzt auf der Bank

Die zu diesem Zeitpunkt sehenswerten Kombinationen hatten nicht zuletzt damit zu tun, dass Soldo mit Christian Clemens einem 19-Jährigen zu seinem Debüt verhalf und der Offensivspieler seine Chance nutzte. Milivoje Novakovic nahm für Clemens auf der Reservebank Platz. Doch auch der Debütant konnte am Leistungsabfall im zweiten Durchgang nichts ändern. "Ich weiß auch nicht, weshalb wir uns dann so schwer getan haben. Vielleicht hatten wir Angst zu verlieren. Das ist normal in unserer Situation", sagte Soldo.

Die Hamburger spielen 25 ganz schwache Minuten

1. FC Köln:

Überragend: -

Gut: Podolski

Durchschnittlich: Mondragon, Yalcin, Petit, Andrezinho, Jajalo, Geromel, Ehret, Clemens

Enttäuschend: Pezzoni, Freis

FC St. Pauli:

Überragend: -

Gut: Kessler

Zufriedenstellend: Zambrano, Oczipka,Thorandt, Boll, Kruse, Lehmann, Rothenbach

Enttäuschend: Hennings, Ebbers, Takyi

Ähnlich unverständliche Zurückhaltung hatten sich zuvor die Paulianer auferlegt. Weshalb die Spieler nach dem Rückstand für eine lange Zeit den Widerstand nahezu vollständig aufgaben, verstanden sie selber nicht. "Wir hatten 25 Minuten, die einfach viel zu schlecht waren", sagte Paulis Torhüter Thomas Kessler.

Danach hatten sie noch 45 Minuten lang Zeit, in der sie die Partie dominierten. Aber "wir haben es nicht geschafft, uns mit einem Treffer zu belohnen. Uns fehlt dann auch die Ruhe vor dem Tor", sagte Trainer Stanislawski. "Dieses Spiel dürfen wir einfach nicht verlieren."

Richard Sukuta-Pasu dürfte jedenfalls eine schlaflose Nacht hinter sich gebracht haben, während Soldo wohl erstmals seit Wochen wieder ganz unbeschwert einschlafen konnte.

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