Die Liga ist gespannt, ob der Bayern-Trainer Landon Donovan zum Durchbruch verhelfen kann.

Landon Donovan hat klare Vorstellungen, wohin sein Weg führen soll. Er will sich beim Branchenprimus durchsetzen.
Landon Donovan hat klare Vorstellungen, wohin sein Weg führen soll. Er will sich beim Branchenprimus durchsetzen.

Landon Donovan hat klare Vorstellungen, wohin sein Weg führen soll. Er will sich beim Branchenprimus durchsetzen.

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Landon Donovan hat klare Vorstellungen, wohin sein Weg führen soll. Er will sich beim Branchenprimus durchsetzen.

Düsseldorf. Amerikaner sind Statistikfreunde. Besonders im Sport. Auf der US-Internetseite von Landon Donovan ist jedes seiner Testspieltore für seinen neuen Verein Bayern München verzeichnet. Es fehlt auch nicht der Hinweis, dass Donovan damit der erfolgreichste Testspiel-Torschütze der Bayern sei.

Und dass die Münchener nach seiner Einwechslung im DFB-Pokalspiel in Stuttgart beim Stand von 3:0 noch zwei weitere Treffer erzielt haben. Was weniger an Donovan als an einer gelungenen Mannschaftsvorstellung lag. Aber das interessiert in den USA weniger.

Donovan muss es diesmal schaffen, er ist ihr Star, "the american idol". Der Mann, der trotz eines David Beckhams der beliebteste Spieler der Major-League-Soccer ist. Des Teenagers Sehnsucht und Schwiegermutters Liebling. Es ist sein dritter Anlauf in Deutschland. Noch einmal soll er nicht scheitern.

Als Landon Donovan als braun gebrannter, schmächtiger 17-Jähriger vor zehn Jahren zu Bayer Leverkusen kam, wusste Trainer Klaus Toppmöller nichts mit ihm anzufangen. "Landon war damals noch sehr jung und die Konkurrenz in Leverkusen stark. Da er unbedingt spielen wollte, war ein Wechsel zurück in die USA unausweichlich", sagt Toppmöller, der inzwischen mehr Fragen nach einem Schützling aus alten Zeiten beantworten muss, als zu seiner eigenen Trainerkarriere.

Alle wollen wissen, was der 26-Jährige drauf hat, ob er es tatsächlich schaffen kann, nach zwei gescheiterten Anläufen in Leverkusen ausgerechnet beim Branchenführer Bayern eine gute Rolle zu spielen. "Was will Klinsmann mit dem Hollywood-Stürmer?" titelte der Boulevard. Ausgerechnet in der Offensivformation, in der schon Lukas Podolski sein Glück nicht gefunden hat.

Klinsmann gibt Donovan das Vertrauen, das er braucht

Der heutige Rückrunden-Auftakt mit dem Spiel Hamburger SV gegen Bayern München (20.30 Uhr) wird in 170 Ländern übertragen. Die ARD sendet live.

Ernesto Sosa gehört auch in der Rückrunde zum Kader des FC Bayern. Das angestrebte Ausleihgeschäft mit dem italienischen Erstligisten US Palermo ist geplatzt.

Zum Rückrundenstart setzt die Bundesliga ein Zeichen gegen Rassismus und Gewalt. Zum fünften Mal beteiligen sich die 36 Erst- und Zweitligisten an der Aktion "Tag gegen das Vergessen", die an die Befreiung von Auschwitz erinnert.

2005 verließ Donovan Leverkusen nach sieben Spielen zum zweiten Mal, wieder ging er zurück in die USA, wieder war er in Deutschland gescheitert. Heimweh, hieß es. "Wenn er Stammspieler gewesen wäre, hätte das sicher keine Rolle gespielt", sagt Toppmöller. So recht traut er dem Kapitän der US-Nationalmannschaft nicht. Aber Vertrauen braucht Donovan wie kaum ein anderer. Das hat er mit Podolski gemein.

Vielleicht ist es aber genau das, was ihn bewogen hat, noch einmal den Sprung zu wagen. Weil Jürgen Klinsmann ihm Vertrauen schenkt. Podolski hatte sich Ähnliches erhofft, aber er hat das Vertrauen des Trainers unter dem Druck der fehlenden Resultate verloren - und sich irgendwann selbst aufgegeben.

Bei Donovan liegen die Dinge anders, Klinsmann hat keine Gelegenheit ausgelassen, darauf hinzuweisen, dass der 26-Jährige gereift sei. Der Trainer hat durchgedrückt, dass Donovan bis mindestens zum März dieses Jahres bleiben darf, inzwischen gehen nicht wenige davon aus, dass er nicht zu den Los Angeles Galaxy zurückkehren wird.

"Er ist erwachsen geworden, er hat bewiesen, was er drauf hat", sagt Klinsmann. Er protegiert Donovan, längst ist er die erste Alternative im Sturm, weil er mit Toren dankt während Podolski beleidigt das Weite sucht.

"Tatsache ist, dass er sehr torgefährlich ist", sagt Manager Uli Hoeneß, der der Entwicklung selbst kaum trauen mag: "Jetzt müssen wir mal sehen, wie er in den wichtigen Spielen auftritt."

Am Freitag hat er in Hamburg die erste Gelegenheit, seine Kritiker zu überzeugen. In Amerika war Donovan ein großer Fisch in einem kleinen Teich. In Deutschland ist es umgekehrt. Im dritten Anlauf will er das ändern.

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