Die Niederlage gegen Bochum trifft die Borussia ins Mark – weil sich das Team nach guter Vorbereitung weiter wähnte.

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Marco Reus ist nach dem Spiel gegen Bochum sichtlich enttäuscht.

Marco Reus ist nach dem Spiel gegen Bochum sichtlich enttäuscht.

dpa

Marco Reus ist nach dem Spiel gegen Bochum sichtlich enttäuscht.

Mönchengladbach. Wie die Ölgötzen standen die Gladbacher nach dem Abpfiff rund um den Mittelkreis: starr und stumm, fassungslos, den Kopf gesenkt. An der Herausforderung, sich im ersten Rückrundenspiel durch einen Sieg gegen den VfL Bochum ein Team aus der unteren Tabellenregion vom Leib zu halten, waren sie überraschend gescheitert.

"Wir sind zwar traurig und enttäuscht, aber die Niederlage ist kein Beinbruch", stellte Cheftrainer Michael Frontzeck nach der 1:2 (0:2)-Niederlage fest und dachte beim nächsten Atemzug schon an die Reise zum Schlusslicht Hertha BSC: "Nach diesem Samstag und den anderen Ergebnissen hängen die Trauben in Berlin hoch. Da müssen wir uns gewaltig strecken."

Ausgerechnet Roel Brouwers, seit Monaten ein Muster an Zuverlässigkeit in der Gladbacher Mannschaft, zudem ein Abwehrspieler, der in dieser Spielzeit seine Fähigkeiten als "Torjäger" entdeckt hat (fünf Treffer), leistete mit zwei unglücklichen Aktionen der ersten Heimniederlage seit dem 3. Oktober (0:1 gegen Dortmund) Vorschub. "Ich hatte diesmal ein bisschen Pech, das ist bitter, kann aber passieren. Schade, dass unser Anschlusstor so spät gefallen ist. Wir haben einfach lange nicht zu unserem Spiel gefunden."

Das 1:2 zehn Minuten vor dem Abpfiff im Borussia-Park vor der Saison-Minuskulisse von 36245frierenden Zuschauern brachte dann auch nicht mehr die erhoffte Wende für die in der ersten Hälfte viel zu zaghaften Borussen.

"Ich freue mich sehr über mein Tor, aber hätte es doch wenigstens zu einem Punkt gereicht."

Fabian Bäcker, Gladbacher Stürmer

Gegen geschickt verteidigende und sporadisch gefällig angreifende Gäste fand der Gewinner des Düsseldorfer Wintercups kein probates Mittel. Die Engpässe im Angriff - ohne Friend, Matmour, Neuville und Colautti - waren unübersehbar, und von hinten heraus gab es lange Zeit niemanden, der das Spiel in die Hand nahm und ankurbelte.

Borussia Mönchengladbach

überragend: -

gut: Bäcker

zufriedenstellend: Bailly, Dante, Levels, Reus, Bradley

enttäuschend: Brouwers, Daems, Marx, Arango, Lamidi, Bobadilla

VfL Bochum

überragend: -

gut: Heerwagen, Sestak, Dabrowski

zufriedenstellend: Concha, Maltritz, Fuchs, Mavraj, Epalle, Prokoph, Maric, Dedic, Freier

enttäuschend: -

Die Gladbacher blieben nach den konstant guten Leistungen im alten Jahr diesmal für viele ein Rätsel. Erst beim Debütanten-Tor des 19-jährigen Fabian Bäcker (80. Minute) nach präziser Vorarbeit des zweiten Bundesliga-Einsteigers Patrick Herrmann (18) aus der Abteilung Eigengewächse - beide wurden eingewechselt - ging ein Ruck durchs Publikum.

Doch als das Spiel aus und Gladbachs bittere Heimpremiere im Jahr des 110-jährigen Bestehens perfekt war, wollte sich auch bei dem Erfolgsduo aus dem Talentschuppen keine rechte Freude einstellen. Zu tief saß der Stachel der Enttäuschung. Fabian Bäcker: "Ich freue mich sehr über mein Tor, aber hätte es doch wenigstens zu einem Punkt gereicht."

Die Gäste unterstrichen mit ihrem vierten Auswärtssieg ihre Stärke außerhalb der Bochumer Stadtgrenze. Trainer Heiko Herrlich, der als Spieler mit Borussia Mönchengladbach 1995 den Pokalsieg feierte, will nun auch zu Hause Erfolge sehen: "Warum sollen wir nicht am Samstag gegen Schalke damit beginnen?"

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