Manchester City meldet den Wechsel des Bosniers als perfekt. Die Bundesliga verliert nicht ihren schillerndsten, aber ihren besten Stürmer.

Verspätung
Anscheinend bald nicht mehr in der Bundesliga zuhause: der bosnische Nationalspieler und ehemaliger Torschützenkönig Edin Dzeko vom VfL Wolfsburg.

Anscheinend bald nicht mehr in der Bundesliga zuhause: der bosnische Nationalspieler und ehemaliger Torschützenkönig Edin Dzeko vom VfL Wolfsburg.

dpa

Anscheinend bald nicht mehr in der Bundesliga zuhause: der bosnische Nationalspieler und ehemaliger Torschützenkönig Edin Dzeko vom VfL Wolfsburg.

Marbella/ Düsseldorf. Auf dem Trainingsplatz schaffte es Edin Dzeko am Dienstag nicht mehr bis zum Ende der Einheit. Eine fiebrige Infektion plagt den bosnischen Stürmer in Marbella. Dort, wo sich der Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg darauf vorbereitet, das Elend einer verunglückten Hinrunde in 17 Spielen bis zum Sommer vergessen zu machen.

Alles deutet darauf hin, dass Dzekos letztes Training im Wolfsburger Trikot absolviert ist: Manchester City aus der englischen Premier League meldete am Dienstag in Person des italienischen Trainers Roberto Mancini Einigung über den Transfer: Der Wechsel Edin Dzekos dürfte kolportierte 35 Millionen Euro in die Kassen des deutschen Meisters von 2008 spülen. Dzeko wäre damit der teuerste Bundesliga-Spieler aller Zeiten. Bislang galt dieses Prädikat Mario Gomez, den der FC Bayern 2009 für rund 30 Millionen Euro aus Stuttgart geholt hatte.

Magaths Co-Trainer Bernd Hollerbach hat Dzeko entdeckt

Im Gegenzug verliert die Tochter des VW-Konzerns in Wolfsburg und auch die deutsche Liga ihren wohl begnadetsten Stürmer, den Felix Magaths Co-Trainer Bernd Hollerbach 2007 beim tschechischen Verein FK Teplice entdeckt hatte – und für vier Millionen Euro nach Wolfsburg lotste.

Pressechef Gerd Voss wollte den Transfer am Dienstagnachmittag unserer Zeitung noch nicht bestätigen: „Heute wird sich da auch nichts mehr tun.“ Kolportiert wird, dass der VfL erst dann Vollzug meldet, wenn Ersatz gefunden ist. Der Name Kevin Kuranyi soll in diesem Zusammenhang gefallen sein, auch Roque Santa Cruz von Manchester City.

Mancini: „Dieser Spieler entscheidet über Titel“

Die Bilanz Dzekos in der Bundesliga ist die eines Fußball-Superstars: Acht Tore erzielte er in seiner ersten Spielzeit, 26 Treffer in der Wolfsburger Meister-Saison. Mit 22 Toren wurde er in seinem dritten Jahr bester Bundesliga-Torjäger – und auch in dieser Hinrunde hat Dzeko zehn von 24 Wolfsburger Bundesliga-Toren erzielt.

Dazu gesellen sich 22 Torvorlagen, zehn Tore in DFB- und neun in den Europapokalspielen. „Dieser Spieler entscheidet über Titel“, sagt Mancini, Trainer der Citiziens, die über die finanziellen Mittel des Klubchefs Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan aus Abu Dhabi in den englischen Titelkampf vorgedrungen sind – und dort punktgleich mit Tabellenführer Manchester United auf Platz zwei rangieren.

Bei Manchester City soll Dzeko ein Jahresgehalt von rund sechs Millionen Euro erhalten. Selbst Wolfsburgs englischer Trainer Steve McClaren beglückwünschte seinen Kollegen Mancini. „Edin ist ideal für City. Er passt perfekt zu Carlos Teves.

Die beiden werden ein starkes Sturm-Duo bilden“, sagte McClaren der englischen Zeitung „Daily Telegraph“. Der Trainer weiß um die Vorzüge seines Stürmers: Ein unwiderstehlicher Torinstinkt, trotz 1,93 Meter Größe technische Beschlagenheit und enorme Schnelligkeit. Er weiß aber auch, dass der 24-Jährige defensiv wenig arbeitet.

Trotzdem werden sie ihn in Wolfsburg vermissen.

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