Kölns neuer Sportdirektor Volker Finke will Trainer Schaefer stützen – und im Verein eine Spielidee wachsen lassen.

Köln. Volker Finke versuchte es mit Ehrlichkeit: „Ich stand an diesem Faxgerät. Ab der dritten Seite zeigte es nur noch schwarze Querstriche an“, sagte er am Dienstag und lächelte. Sein Job als neuer Sportdirektor des 1. FC Köln hatte am Vortag noch nicht begonnen – offizieller Dienstbeginn war am Dienstag – aber beim letzten Transfer sollte der 64-Jährige dann doch schon mitwirken.

Stürmer Maxim Choupo-Moting aus Hamburg sollte kommen, dann streikte vor dem Ende der Transferfrist um 18 Uhr das Faxgerät von Vater Choupo-Moting – und die unterschriebenen Willensbekundungen landeten 14 Minuten zu spät bei der Deutschen Fußball-Liga. Transfer geplatzt, willkommen in Köln.

Finke ist überrascht vom Andrang bei seiner Vorstellung

Nun sollen die Justitiare des FC den jungen Stürmer nach Köln lotsen, die DFL will bis zum Ende dieser Woche eine Entscheidung fällen – und Volker Finke kann sich anderen Aufgaben widmen. „Für die Aufgaben, für die ich zuständig bin, braucht man eigentlich nicht so viel Öffentlichkeit“, sagte Finke am Dienstag bei seiner Vorstellung, als zahlreiche Objektive auf ihn gerichtet waren. „Das Interesse erstaunt mich.“ Er wird sich daran gewöhnen müssen.

„Schaefer wird länger im Profibereich seinen Platz haben“

Die Hoffnungen auf den deutschen Urvater aller Konzepttrainer sind groß in Köln. Auch bei FC-Trainer Frank Schaefer. „Ich freue mich über einen solchen Ansprechpartner“, sagte Schaefer am Dienstag.

Der so Gelobte machte deutlich, dass er Schaefer eine Stütze sein will: „Er wird länger im Profibereich seinen Platz haben. Ich will ihm die Rückenmuskulutar stärken und ihn so unterstützen, wie ich mir das als Trainer immer gewünscht habe.“ Schaefer zum Trainer zu machen, sei die „richtige Entscheidung“ gewesen.

24. März 1948 in Nienburg/ Weser

TSV Stelingen, TSV Havelse, SC Norderstedt, SC Freiburg, Urawa Red Diamonds

1993, 1998 und 2003 Aufstieg mit Freiburg in die 1. Bundesliga, Qualifikation für den Uefa-Pokal 1995 und 2001

Seit 1. Februar 2011 Sportdirektor beim 1. FC Köln

Finke selbst verspürt angeblich „überhaupt keine Motivation“, auf die Trainerbank zurückzukehren. Trotzdem gelte: „Im Fußball sagt man nie nie.“ Stattdessen will er „im Hintergrund wirken und eine Spielidee für den Verein wachsen lassen. Es kann Spaß machen, dass man sich nicht jede Woche nach dem Gegner richten muss“.

Finke: Der Sportdirektor steht für die Kontinuität des Vereins

Die Probleme seines neuen Vereins drängen Finke hingegen zum Realismus: „Wir haben jetzt natürlich ganz andere Sorgen. Der Klassenerhalt muss her.“ Der FC steht derzeit auf dem Relegationsplatz, Heimspiele gegen Bayern und Mainz folgen, die der Sportdirektor von der Tribüne aus verfolgen will.

Ob er als „Azubi“ ein guter Sportdirektor werde, könne er noch nicht sagen. Wichtig sei die Position aber allemal, weil der Sportdirektor „fernab der vielen Wechsel von Spielern und Trainern für Kontinuität steht“.

Ob ihn die Gelassenheit, die sich Finke in Japan angeeignet hat, durch den hektischen Alltag in Köln führt, ist eine der spannenden Fragen dieser Personalie. Auf eine Weise aus Japan befragt, die ihm in Köln helfen könne, sprach Finke von den „drei Affen“: „Nichts hören, nichts sehen, nichts sprechen.“ Man darf gespannt sein.

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