Leverkusens Trainer will den Klub langfristig im europäischen Fußball etablieren.

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Jupp Heynckes steht bis 2011 unter Vertrag bei Bayer.

Jupp Heynckes steht bis 2011 unter Vertrag bei Bayer.

dpa

Jupp Heynckes steht bis 2011 unter Vertrag bei Bayer.

Leverkusen. Mittwoch sitzen sie zusammen in Leverkusen. Geschäftsführung und Verwaltungsrat. Und sprechen über den Kader für die nächste Saison. Wie es weitergehen soll mit Bayer 04 Leverkusen. Trainer Jupp Heynckes hat konkrete Vorstellungen. "Wir brauchen eine höhere Investitionsbereitschaft." Wenn es in der kommenden Saison um die Champions League, den Pokal und die Meisterschaft gehen soll, "brauchen wir einen anderen, einen noch besseren Kader". Heynckes sagt das ohne jede Hektik. Der Trainer sieht die "große Chance", Bayer international zu etablieren.

In Leverkusen reden sie nicht mehr über das internationale Geschäft, sie reden konkret von der Champions League. Nur von der Meisterschaft reden sie nicht. Was nicht heißt, dass sie sie bereits abgeschrieben haben.

Jupp Heynckes spricht mit der Stimme eines Trainers, dem man nichts erzählen kann, weil er doch schon alles erlebt hat. Linksaußen war er, einer der ganz Großen. "Wir haben damals bei Borussia Mönchengladbach den schönsten Fußball der Liga gespielt. Vielleicht nicht den erfolgreichsten, aber den schönsten", sagt er. Er hat in Deutschland gelernt, in Spanien, er hat in Portugal gelernt. "Alles das ergibt das, was ich heute in Leverkusen umsetzen kann."

Toni Kroos ist einer der talentiertesten Spieler der Republik. "Wir vertrauen Jupp Heynckes", hat der junge Mann zuletzt gesagt. Das hat seinem 64 Jahre alten Trainer gefallen: "Das ist das größte Kompliment, dass ein junger Spieler einem erfahrenen Trainer machen kann", sagt Heynckes.

"Früher war ich rigoroser, heute bin ich diplomatischer, offener"

Vor Saisonbeginn hat dieser kluge Mann im Gespräch mit unserer Zeitung den Satz gesagt: "Wir leben in einer Zeit, in der alles viel zu rasant geht. Es ist besser, wenn man das entschleunigt." Im aktuellen Gespräch kommt Heynckes darauf zurück. "Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, es gibt keine Geduld mehr." Heynckes ist 64 Jahre alt, er versucht, sich der Hektik zu entziehen. Obwohl er weiß, dass es nicht geht. "Das ist ein stressiger Beruf, heute muss man sich fast mehr Zeit für die Medien nehmen als für die Mannschaft." Heynckes lächelt bei diesem Satz. Früher haben ihn die Zeitungsschreiber auf die Palme gebracht. Einen hochroten Kopf bekam er da. Ganz oft.

Altersmilde? "Nein, so will ich das noch nicht nennen." Heynckes lächelt wieder. "Früher war ich rigoros, heute bin ich diplomatischer, unaufgeregter, offener." Man könne den Spielern heute nicht mehr Irgendetwas erzählen: "Den Respekt, den ich für mich einfordere, muss ich auch den Spielern entgegenbringen." In Leverkusen funktioniert die Kommunikation. "Die meisten meiner Spieler sind deutschsprachig, das ist wichtig." Und längst nicht mehr selbstverständlich in der Liga.

Samstag geht es nach Dortmund, dann kommt Schalke, danach geht es nach Frankfurt und dann kommen die Bayern. Vielleicht kann man dann schon sagen, wie es ausgeht in dieser Saison? "Das kann man nie voraussagen." Denken Sie an eine vorzeitige Vertragsverlängerung? "Erst einmal spielen wir diese Saison zuende, dann die nächste. Ich bin nicht mehr der Jüngste, wie Sie wissen." Aber schon jetzt der Trainer der Saison. Irgendwie. Selbst dann, wenn Felix Magath mit Schalke Meister werden sollte.

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