Nie zuvor hat der Trainer des BVB in seiner Karriere gegen die Bayern gewonnen.

Dortmund. Eine halbe Stunde war das Spiel bereits abgepfiffen, da brandete noch einmal enormer Jubel auf. Jürgen Klopp hatte sich vor die noch immer gut gefüllte Südtribüne des Dortmunder Stadions gestellt und hüpfte im Rhythmus der feiernden Fans.

Mit 2:0 hatte Borussia Dortmund den FC Bayern bezwungen, und der Trainer hatte es erstmals in seiner Karriere geschafft, gegen die Münchner zu gewinnen. Das war Grund genug für Klopp, diesen Abend auf besondere Weise zu genießen. "Mich freut es für die Leute, die lange genug warten mussten", sagte Klopp und wollte von seinem Triumph ablenken.

Bayern erspielt sich nach der Pause nur eine Torchance

In der ersten Hälfte verpassten es die Bayern und Mario Gomez im Besonderen, gegen die merkwürdig zurückhaltenden Dortmunder ihre Überlegenheit und drei gute Tormöglichkeiten zu verwerten. In der zweiten Hälfte besann sich der BVB darauf, das Tempo zu erhöhen und hatte Glück, dass gleich der erste ernsthafte Torschuss im Netz der Münchner landete. Lucas Barrios erzielte die Führung (52.). Nur acht Minuten später zirkelte Nuri Sahin einen Freistoß unhaltbar ins Tor.

Die Bayern hatten sich gerade einmal eine Tormöglichkeit in den zweiten 45 Minuten erspielt, die der eingewechselte Ivica Olic geradezu kläglich aus kürzester Distanz vergab. Sie fügten sich emotionslos in ihr Schicksal.

"Meine Mannschaft hat in dieser Saison schon einige gute Spiele mit einer guten Einstellung gemacht. Aber gegen die Bayern war die Einstellung überragend", urteilte der gut gelaunte Jürgen Klopp. Bayern-Trainer Louis van Gaal, der sichtlich ungehalten darüber war, dass seine Offensive erneut enttäuschte, wusste nicht so recht, was er zu dieser Niederlage sagen sollte. "Wir haben in der zweiten Halbzeit schlecht gespielt. Wir haben sogar aus zwei Metern das leere Tor nicht getroffen. Dazu kann ein Trainer wenig sagen, deshalb bin ich lieber ruhig."

"Mainz hat 13 Punkte Vorsprung. Das ist der Super-Gau"

Während der Holländer den schlechtesten Start des FC Bayern mit acht Punkten aus sieben Spielen in der Bundesligahistorie mit Schweigen ertrug, fand Uli Hoeneß tief in den Katakomben des Dortmunder Stadions deutliche Worte. "Jetzt ist nicht mehr die Zeit, sich in die Tasche zu lügen. Der Zeitpunkt ist gekommen, an dem wir den Mantel der Nächstenliebe weglegen", schimpfte der Bayern-Präsident. "Mainz hat 13 Punkte Vorsprung, das ist der Super-Gau."

Die Dortmunder haben sich mit dem sechsten Sieg in Folge einen festen Platz in der Tabellenspitze gesichert. "Wir sind hier nicht behämmert und wissen das einzuordnen", sagte Klopp. Von Titel werde im Umfeld der Dortmunder Mannschaft niemand sprechen, auch wenn die Begeisterung außerhalb des Klubs in lange nicht gekannte Höhen ansteigen wird, sagte der BVB-Trainer.

 

SPIELERWERTUNG

BVB

überragend: Sahin, Bender, Großkreutz  

gut: Hummels, Subotic, Barrios  

durchschnittlich: Piszczek, Schmelzer, Blaszczykowski, Kagawa, Weidenfeller  

enttäuschend: -

 

FC Bayern München

überragend: -  

gut: -

durchschnittlich: Butt, van Buyten, Lahm, Müller, Schweinsteiger, Kroos  

enttäuschend: Braafheid, Demichelis, Badstuber, van Bommel, Pranjic, Olic, Gomez

 

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