Frankreich: „Der Alptraum geht weiter“, titelt die Presse nach dem 0:1 gegen Bernd Stanges Weißrussen. In Bosnien droht nächste Pleite.

Paris. Abonnements-Verlierer Frankreich blamiert sich nach dem WM-Fiasko auch unter dem neuen Nationaltrainer Laurent Blanc. Der Neuanfang ging beim 0:1 in Paris gegen das von Ex-DDR- und Hertha-Trainer Bernd Stange betreute Weißrussland zum Start der EM-Qualifikation gründlich in die Hose. Blanc und seine "Bleus" stehen vor dem zweiten Qualifikationsspiel morgen in Bosnien bereits mit dem Rücken zur Wand. Der jüngst noch als "Retter" begrüßte Trainer malt ein Horrorszenario: "Der Aufbau des Teams kann Monate dauern und eventuell auch niemals gelingen", warnte der 44-Jährige. "Der Alptraum geht weiter", klagte das Blatt "Sud-Ouest" nach dem siebten Länderspiel nacheinander ohne Sieg. Blanc räumte am Tag nach der Schlappe ein: "Wer kann schon behaupten, dass wir nach Bosnien fahren, um zu gewinnen?"

Rund 76 000 Zuschauer im fast ausverkauften Stade de France mussten erkennen, dass der Weltmeister von 1998 nicht zu Unrecht auf Platz 21 der Fifa-Weltrangliste abgestürzt ist. Ohne Bayern-Star Franck Ribéry und die ebenfalls als WM-Sünder gesperrten Nicolas Anelka, Patrice Evra und Jérémy Toulalan zeigten die Franzosen gegen eine schwache Vorstellung.

Alexander Hleb gibt den entscheidenden Pass auf Kisljak

Die Strafe folgte auf dem Fuße: Sergej Kisljak machte in der 86. Minute nach Pass des Ex-Stuttgarters Alexander Hleb die Überraschung perfekt. Bis dahin hatte "Bleus"-Torwart Hugo Lloris nicht einen einzigen Ball halten müssen. "Sensationell! Ich hoffe, dass wir in Zukunft so weitermachen", jubelte der 62-jährige Weltenbummler Stange.

Wer soll gegen Bosnien die Tore schießen, fragen sich die Fans. Gleich drei Stürmer verletzten sich gegen die Weißrussen und müssen morgen passen: Loic Remy, Louis Saha und Guillaume Hoarau. Jimmy Briand von Olympique Lyon wurde nachnominiert, Karim Benzema von Real Madrid soll wieder einsatzfähig sein.

Frankreichs WM-Trainer Raymond Domenech ist nun auch seinen Posten als Trainerausbilder beim Französischen Fußball-Verband (FFF) los.

Drei "schwerwiegende Fehler" sollen zur Kündigung des Trainers geführt haben, hieß es. Kritisiert wurde der Umgang des Trainers mit dem Rauswurf von Stürmer Nicolas Anelka während des WM-Turniers und dem darauffolgenden Spielerstreik. Daneben stieß die Weigerung Domenechs übel auf, seinem Gegenüber Carlos Alberto Parreira nach der 1:2-Niederlage gegen Südafrika die Hand zu schütteln.

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