Dortmunds Trainer Jürgen Klopp feiert das 1:1 gegen Hoffenheim wie einen Sieg und ist begeistert von seinem Team.

Dortmund. Der Grad der Zufriedenheit bei Borussia Dortmund scheint in bisher ungekannte Dimensionen vorgerückt zu sein. "Jürgen Klopp bestimmt den Zeitpunkt seines Abgangs bei uns definitiv selbst", hatte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor dem Spiel gegen 1899 Hoffenheim gesagt.

Mit dem Trainer befindet sich der BVB weiter im Aufwärtstrend

Ein derart inniges Verhältnis zwischen Verein und Übungsleiter dürfte es zuvor lediglich bei Werder Bremen, beim SC Freiburg und bei Klopps letzter Station in Mainz gegeben haben. Jürgen Klopp hat bei den Anhängern des Klubs Euphorie ausgelöst und bei den Gegnern Hochachtung.

Seitdem der 43-Jährige beim BVB arbeitet, seit Sommer 2008, befindet sich der Klub im stetigen Aufwärtstrend. Daran konnte auch das gestrige und in letzter Minute glücklich zustande gekommene 1:1 gegen das Team von Trainer Ralf Rangnick nichts ändern. Der BVB ist zurzeit wieder chic.

An ein ähnlich positives öffentliches Urteil in so kurzer Zeit hatten nach der überstandenen Finanzkrise vor fünf Jahren nicht einmal die kühnsten Optimisten zu denken gewagt. Mit bescheidenen finanziellen Mitteln, viel Sachverstand und einer noch größeren Portion Motivation hat sich Klopp diesen beinahe unantastbaren Status bei den Westfalen erarbeitet.

Doch zu jedem Aufwärtstrend gehören auch kleine Dellen. Auch gestern wirkten die talentierten Spieler der Borussia wieder lauffreudig, engagiert und motiviert, das Spiel zu gewinnen, auch wenn ihnen die Mühen der Vorwochen anzusehen waren.

Die Hoffenheimer Führung sorgt für Dortmunder Unsicherheit

Die frühe Führung der Hoffenheimer durch Demba Ba in der 10. Minute nach sehenswerter Vorarbeit von Luiz Gustavo sorgte dann auch für Unsicherheit im Aufbauspiel. Allerdings hätte sich dieses Gefühl nur sechs Minuten später in neuerliches Selbstbewusstsein wandeln können, hätte Nuri Sahin nach einem Handspiel von Isaac Vorsah im Hoffenheimer Strafraum den Ball zum Ausgleich verwertet.

Den ersten Versuch verwandelte der junge Türke, allerdings soll sein Mitspieler Lucas Barrios zu früh in den Strafraum gelaufen sein. Im zweiten Versuch scheiterte er an Torhüter Tom Starke. Das hatte Konsequenzen, bis zur Halbzeitpause war der BVB unkonzentriert.

Die Hoffenheimer hatten kaum Probleme, ihr Tor zu verteidigen. Der Wille war den Borussen auch im zweiten Durchgang nicht abzusprechen, aber sie vergaben ihre Tormöglichkeiten zu leichtfertig und behielten, ihrer geringen Erfahrung geschuldet, nicht die nötige Ruhe.

Doch das ständige Anrennen sollte sich dann doch noch auszahlen. Der eingewechselte Antonio da Silva (auf dem Foto links neben Marcel Schmelzer) verwandelte einen Freistoß von der Strafraumgrenze sehenswert zum Ausgleich in der letzten Spielminute. "Hoffenheim war der beste Gegner gegen den Ball, aber es war eine Superleistung meiner Mannschaft", sagte Klopp. Während Ralf Rangnick haderte ("Es fühlt sich wie eine Niederlage an"), feierte Klopp: "Das 1:1 fühlt sich an wie ein Sieg."

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