Nach Streit und Verletzungen trumpft die Torjägerin bei der EM groß auf. Heute Halbfinale gegen Norwegen.

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Die Duisburgerin Inka Grings hat bei der EM in Finnland bereits vier Tore für die deutsche Nationalmannschaft erzielt.

Die Duisburgerin Inka Grings hat bei der EM in Finnland bereits vier Tore für die deutsche Nationalmannschaft erzielt.

dpa

Die Duisburgerin Inka Grings hat bei der EM in Finnland bereits vier Tore für die deutsche Nationalmannschaft erzielt.

Helsinki. Jeder will im Moment mit Inka Grings sprechen. Die 30-Jährige Stürmerin ist gefragt wie keine andere aus dem Kreis der Fußball-Nationalmannschaft. Warum sie so beliebt ist? Sie trifft. Mit vier Toren führt sie vor dem Halbfinale am Montag gegen Norwegen (18 Uhr/live in ARD und Eurosport) die Torjägerliste bei der EM an. Beim 2:1 im Viertelfinale gegen Italien erzielte sie beide Tore.

Grings ist auf dem besten Weg, sich wie 2005 die Krone der besten Stürmerin zu sichern - und Birgit Prinz den Rang abzulaufen. Ihre Partnerin im Angriff ist noch ohne Tor, wirkt neben der 1,69 Meter großen Duisburgerin blass. In der Liga gelang Grings das Kunststück schon. Mit 29 Treffern wurde sie Torschützenkönigin und als "Spielerin der Saison" ausgezeichnet. Ob in Finnland die beste Inka Grings spielt, die es je gab? "Ja", sagt sie selbstbewusst: "Das würde ich so unterschreiben."

Woran das liegt, wisse sie auch nicht so genau. Irgendwie sei ihr eben Talent in die Wiege gelegt worden: "Einige haben die Qualität, Tore zu verhindern. Ich weiß, wo der Ball hinkommt", sagt sie. Auch bei der EM steht Inka Grings oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die 30-Jährige ist vielseitig, trifft mit rechts oder links, per Kopf oder Fuß. Das bescherte ihr einst den Beinamen "Incredible Inka". Silvia Neid nennt ihre Stürmerin schlicht "Schlitzohr". Und das ist froh, dass es gerade gut läuft. "Ich fühle mich gut", sagt Grings, "und ich bin endlich mal frei von Verletzungen." Oft machte der gebürtigen Düsseldorferin ihr Körper zu schaffen. 2004 ließ er eine Olympia-Teilnahme nicht zu. 2003 verpasste sie die WM, 2001 die EM im eigenen Land.

2006 allerdings geriet sie mit Bundestrainerin Silvia Neid aneinander. Nachdem sie sich öffentlich beschwerte, dass Neid sie nicht berücksichtigt hatte, herrschte Funkstille. Ende 2008 setzten sich die beiden wieder an einen Tisch - Martina Voss, die ehemalige Nationalspielerin und einstige Lebensgefährtin von Grings, vermittelte. Seitdem ist alles wieder gut. "Sie ist eine Persönlichkeit. Wir freuen uns, dass sie wieder dabei ist", sagt die Bundestrainerin und lobt: "Sie verhält sich vorbildlich."

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