Der Nationalspieler kehrt nach Köln zurück – eine Herausforderung, die er erst einmal meistern muss.

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Lukas Podolski.

Lukas Podolski.

dpa

Lukas Podolski.

Köln. Die Verpflichtung von Lukas Podolski soll ein Symbol für den Aufbruch beim 1. FCKöln sein. So jedenfalls sieht es Christoph Daum.

Die Vorteile

Flexibilität und Qualität: Mit Podolski erhalten die Kölner einen Offensivspieler von großer Qualität und Flexibilität, der sowohl als Spitze als auch im Mittelfeld einsetzbar ist. Podolski würde mit seiner Präsenz die Verantwortung von Milivoje Novakovics ohnehin nicht breiten Schultern nehmen. Denn der war bisher von Daum als zumeist einziger Angreifer aufgeboten worden. Selbst wenn er mit neun Toren außergewöhnlich erfolgreich war.

Standards: Podolski ist ein überdurchschnittlicher Standard-Spieler. Seine präzisen Freistöße und Ecken sowie seine Treffsicherheit beim Elfmeter versetzen die Kölner in die Lage, künftig deutlich mehr Torgefahr bei den immer bedeutenderen Standards auszustrahlen.

Schnelligkeit: Nicht zuletzt bei der EM 2008 hat Podolski bewiesen, dass er mit seiner Schnelligkeit und präzisem Passspiel ein exzellenter Vorlagengeber sein kann. Gegen Portugal wie gegen die Türkei legte er mustergültig für Bastian Schweinsteiger auf.

Tore und Erfahrung: Mit 23 Jahren hat Podolski bereits 60 Länderspiele absolviert und dabei unglaubliche 31Tore erzielt. In der Bundesliga fällt seine Torquote in 109 Spielen mit 34 Toren ab.

Die Nachteile

Die Erwartungshaltung: Wie soll ein Einzelner die Erwartungen und die ungezügelte Liebe einer ganzen Region unbeschadet verarbeiten? Podolski hat rund um Köln nicht den Status eines beliebten Fußballprofis, er gilt vielmehr als derjenige, der den FC nahezu im Alleingang wieder in die guten alten Zeiten versetzen kann. "Lukas ist sich der Herausforderung bewusst, er übernimmt Verantwortung", sagt Trainer Daum.

Das Mannschaftsgefüge: Rund zehn Millionen Euro Ablöse und drei Millionen Euro Gehalt plus Gratifikationen jährlich zahlt der FC seinem neuen Star. Kein anderer Spieler wird im Klub derart gut bezahlt. Begehrlichkeiten der Kollegen könnten schnell geweckt werden. Dieser Unruhefaktor ist beträchtlich.

Lethargie: In Bayern vermochte er sich in drei Jahren bei drei unterschiedlichen Trainer - Magath, Hitzfeld Klinsmann - nicht durchzusetzen. Und auch sein lustloses Auftreten in Köln in der Endphase der Abstiegssaison 2006 lassen Zweifel aufkommen, ob Podolski so gefestigt ist, Rückschläge einstecken zu können.

Er muss seine dauerhafte Robustheit beweisen. Mangelnde Spielpraxis: Die Jahre beim FC Bayern hat Podolski hauptsächlich auf der Ersatzbank verbracht. Für einen jungen Spieler ist das denkbar ungünstig. Er muss die verpassten Erfahrungen auf dem Spielfeld aufholen.

Fazit: Trotz allen sportlichen Talents muss sich Lukas Podolski erst einmal an den Status eines Heilsbringers und an seine Heimat gewöhnen - und seine Heimat an ihn. Erst dann wird es wohl zu einer neuen Liebesbeziehung kommen.

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