Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp siegt 3:1 beim FC St. Pauli und hat die meisten Tore in der Liga erzielt.

Dortmunds Spieler feiern mit ihren Fans nach Spielende
Dortmunds Spieler feiern mit ihren Fans nach Spielende

Dortmunds Spieler feiern mit ihren Fans nach Spielende

dpa

Dortmunds Spieler feiern mit ihren Fans nach Spielende

Hamburg. Die Fans besangen schon den Meister-Titel, der Gegner erstarrte in Ehrfurcht, doch Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erhob mahnend den Zeigefinger. Auch nach dem fünften brillant heraus gespielten Bundesliga-Sieg in Serie und dem besten Saisonstart der BVB-Geschichte wollte Watzke von Träumereien nichts wissen.

"Wenn wir Ostern noch oben stehen, können wir noch einmal drüber reden", wehrte Watzke nach dem 3:1 (1:1) beim FC St. Pauli Fragen nach der ersten Meisterschaft seit acht Jahren ab. "Mit 15 Punkten ist man noch immer in Abstiegsgefahr", sagte er sogar.

Auch Fragen zum kommenden Bundesliga-Gegner Bayern München ignorierte der BVB-Boss konsequent. "Zu Bayern München kann ich nur jedem empfehlen, gar nichts zu sagen. Wir gucken jetzt nur auf Sevilla", sagte Watzke mit Blick auf die Aufgabe in der Europa League am Donnerstag. Drei Tage später folgt dann der Hit gegen den Rekordmeister.

Kagawa: Natürlich wäre die Meisterschaft schon ein Traum

Dabei besteht kaum ein Grund, die BVB-Bubi-Truppe auf dem Boden zu halten. Trotz einer erneut eindrucksvoll effektiven Leistung am Millerntor wirken die jungen Himmelsstürmer erstaunlich geerdet. "Einfach genießen und weiter arbeiten", lautete etwa das Motto des derzeit überragenden Mittelfeldherrschers Nuri Sahin.

Die BVB-Anhänger sind begeistert angesichts von 16 Treffern und nur fünf Gegentoren. "Die Fans singen von der Meisterschaft und können das auch weiter tun, aber wir bleiben auf dem Boden", sagte Doppeltorschütze Kevin Großkreutz (17./60.). Einzig Sensations-Einkauf Shinji Kagawa dachte zaghaft an den ganz großen Wurf. "Natürlich wäre die Meisterschaft schon ein Traum", sagte der 21Jahre alte 350000-Euro-Neuerwerb aus Japan.

Die Art und Weise, mit der die Manschaft die Gegner dominiert, ließ auch St.Paulis Trainer Holger Stanislawski in Ehrfurcht erstarren. "Man sieht, dass da etwas gewachsen ist, dass eine hohe Qualität im Kader ist und eine Philosophie vorhanden ist", sagte Stanislawski.

Mit der Leistung des eigenen Teams, das durch Rouwen Hennings (26.) zum 1:1 kam, war Stanislawski unzufrieden: "Ich muss lange zurück denken, um mich an solch ein schlechtes Spiel von uns zu erinnern."

Doch auch beim Torschützen zum wichtigen 2:1 (50.) siegte schnell die Vernunft. "Es sind noch so viele Spiele", schob der schon viermal erfolgreiche Kagawa hinterher.

Trotz aller Bodenständigkeit sind sich die jungen Borussen des bislang Geleisteten durchaus bewusst. "Wir spielen derzeit einfach geilen Fußball", sagte Großkreutz, der vor Stolz über das effektive Zusammenspiel beinahe platzte: "Wir sind Zweiter, das ist ein Riesending. Es passt alles im Moment." Auch Mahner Watzke geriet dann doch ins Schwärmen. "Das ist eine außergewöhnliche Leistung, die die Mannschaft hier leistet. Sie ist charakterlich top. Jeder hat sich auch spielerisch weiter entwickelt", lobte Watzke.

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