Sportausschuss-Vorsitzende
Dagmar Freitag möchte, dass der Sport sich bei Menschenrechtsverletzungen einmischt. Foto: Sören Stache

Dagmar Freitag möchte, dass der Sport sich bei Menschenrechtsverletzungen einmischt. Foto: Sören Stache

dpa

Dagmar Freitag möchte, dass der Sport sich bei Menschenrechtsverletzungen einmischt. Foto: Sören Stache

Berlin (dpa) - Sechs Wochen vor Beginn der Fußball-EM in der Ukraine hat die Bundestags-Abgeordnete Dagmar Freitag gefordert, dass sich auch der Sport bei Menschenrechtsverletzungen einmischen und seine Stimme erheben muss.

«Ich glaube schon, dass der Sport auch eine gesellschaftspolitische Aufgabe hat», sagte die Vorsitzende des Sportausschusses im ARD-Morgenmagazin. «Sport ist keineswegs ein Satellit im rechtsfreien Raum. Er hat sehr wohl die Aufgabe, seine Stimme zu erheben», forderte die SPD-Politikerin.

Dagmar Freitag kritisierte damit jüngste Äußerungen von UEFA-Präsident Michel Platini, der vor der Fußball-EM (8. Juni bis 1. Juli) in der Ukraine und Polen die Einmischung in Regierungsangelegenheiten ausgeschlossen hatte. In der Ukraine ist die frühere Regierungschefin Julia Timoschenko aus Protest gegen ihre Haftbedingungen in einen unbefristeten Hungerstreik getreten.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sieht derzeit keine Druckmittel des Sports im Fall Timoschenko. «Denn wir als Sportverband können nicht die Probleme lösen, die die Politik bisher nicht lösen konnte», sagte der neue DFB-Präsident Wolfgang Niersbach im «heute journal» des ZDF. «Wenn wir wissen, dass es der Bundesregierung nicht gelungen ist, mit ihrem Einfluss eine medizinische Behandlung von Frau Timoschenko in Deutschland zu ermöglichen, dann wird das auch schwer über das Ereignis EURO 2012 zu realisieren sein.»

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