Boxenfunk
Sebastian Vettel steht per Funk im engen Kontakt mit seiner Box. Foto: Daniel Dal Zennaro

Sebastian Vettel steht per Funk im engen Kontakt mit seiner Box. Foto: Daniel Dal Zennaro

dpa

Sebastian Vettel steht per Funk im engen Kontakt mit seiner Box. Foto: Daniel Dal Zennaro

Singapur (dpa) - Nach den Bedenken der Teamverantwortlichen hat der Internationale Automobilverband (FIA) das Funkverbot in der Formel 1 deutlich gelockert.

Drei Tage nach dem 18-Punkte-Verbotsplan schränkten die Regelhüter ihre eigenen Maßnahmen wieder ein. Sämtliche Nachrichten, Anweisungen und Tipps zum Verhalten und zur Leistung der Autos bleiben nun doch erlaubt.

Sie sollen erst vom kommenden Jahr an auch untersagt werden, damit die Teams mehr Zeit bekommen, sich darauf einzustellen. Das gab die FIA wenige Stunden vor dem ersten Freien Training zum Großen Preis von Singapur bekannt. Vorausgegangen war eine Sitzung am Abend zuvor von Rennleiter Charlie Whiting mit den Teamchefs.

Der ursprüngliche Bann scheiterte an der Komplexität der neuen 2014er-Autos und an unterschiedlichen Effekten, die die Verbote bei den Rennställen gehabt hätten. Einige Teams fahren mit kleineren Displays auf dem Lenkrad, wodurch das selbstständige Abbilden und Ablesen für den Fahrer erschwert worden wäre. Whiting sprach bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz von «ernsthaften Benachteiligungen».

Die meisten Fahrer hatten die Umstellung zwar begrüßt, aber auch die große Herausforderung betont, in den Rennwagen nun während der Fahrt alles selbst richtig einzustellen und zu managen. «Die Problematik liegt wirklich darin, dass die Autos dieses Jahr ziemlich kompliziert sind und alle Komponenten gut miteinander harmonieren müssen, so dass das Auto rund läuft», hatte Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel erklärt. Wenn die Verbote das Ganze «ein bisschen komplizierter» machen würden, «ist es vielleicht auch nicht das Gelbe vom Ei», sagte der Red-Bull-Pilot.

Auch WM-Spitzenreiter Nico Rosberg und sein Verfolger Lewis Hamilton befürworteten den Schritt zum «puren Rennfahren» oder «zurück zu den Kart-Tagen». Das Rivalen-Duo von Mercedes, dessen Motorsportchef Toto Wolff gleich nach Bekanntwerden des neuen Verbots Kontroversen prophezeit hatte, zeigte aber ebenfalls Respekt vor den zusätzlichen Aufgaben, die auf die Piloten zugekommen wären.

Dass nun aber nur Nachrichten wie «Kontakt mit den Randsteinen» oder «Bremspunkte» verboten sind, dürften sämtliche Piloten bestens verkraften. Ob manche Botschaft womöglich codiert über Funk kommt, wollen die insgesamt acht Beobachter auch überprüfen. Nach dem Eindruck des ersten Freien Trainings sprach Whiting aber schon mal zufrieden von einem sorgfältigen Umgang mit den neuen Regeln. Einzig Bernie Ecclestone könnte die neue Entscheidung missmutig stimmen: Er hatte am Donnerstag sogar noch weiterführende Verbote als das coachen der Fahrer und Nachrichten zum technischen Verhalten des Wagens gefordert.

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