Unfall
Robert Kubica überlebte wie durch ein Wunder 2007 einen schrecklichen Unfall in Montreal.

Robert Kubica überlebte wie durch ein Wunder 2007 einen schrecklichen Unfall in Montreal.

dpa

Robert Kubica überlebte wie durch ein Wunder 2007 einen schrecklichen Unfall in Montreal.

Berlin (dpa) - Er ging mit 13 Jahren nach Italien: Robert Kubica wollte im Rennsport durchstarten. Es gelang. Er wurde erster polnischer Pilot in der Formel 1. Er überlebte wie durch ein Wunder 2007 einen schrecklichen Unfall. Und er galt als heißer Kandidat für ein Top-Cockpit.

Das Auto überschlägt sich mehrfach, den Zuschauern stockt der Atem. Im Motorhome des BMW-Sauber-Teams und an der gesamten Formel-1-Rennstrecke in Montréal herrscht blankes Entsetzen, nachdem der BMW-Sauber mit fast 300 Stundenkilometern in die Streckenbegrenzung gekracht ist. Robert Kubica überlebt den schrecklichen Unfall im Sommer 2007 praktisch unverletzt. Ein Jahr später gewinnt der erste polnische Pilot in der Königsklasse des Motorsports genau auf diesem Kurs seinen ersten Grand Prix.

Auch wenn Kubica erst diesen einen Sieg einfahren konnte, gilt der 26-Jährige seit einiger Zeit als Anwärter auf ein Cockpit bei einem Top-Team. Immer wieder fiel dabei auch der Name Ferrari. Italienisch kann Kubica jedenfalls. Denn schon mit 13 Jahren zog er ins Land der Tifosi - mit im Gepäck die Empfehlung von sechs nationalen Kart-Meisterschaften.

Als erster Ausländer gewann Kubica dann 1998 auch die internationalen italienischen Junior-Kartmeisterschaften, im darauffolgenden Jahr verteidigt er den Titel. «Klar, dass ich mit dieser Gegend viele schöne Erinnerungen verbinde», erzählte der Pole einmal.

Für seinen Formel-1-Einstieg suchte sich Kubica aber BMW-Sauber aus - oder umgekehrt. Im August 2006 war es soweit, er löste mitten in der Saison Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve ab. Dem siebten Platz in Ungarn folgte aber die Disqualifikation, weil der Wagen gegen das Gewichtlimit verstoßen hatte. Im dritten Rennen seiner Karriere schaffte es Kubica dann gleich aufs Podium. Dritter Rang. Wo? In Italien, genauer in Monza.

2008 war Kubicas stärkstes Jahr. Im BMW-Sauber fuhr er neben dem Sieg auch sechs weitere Podiumsplätze ein. Am Ende wurde er Vierter, punktgleich mit Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen. Seinen Teamkollegen Nick Heidfeld hatte Kubica meist im Griff. Durch seinen etwas aggressiveren Fahrstil hatte der Pole vor allem in der Qualifikation, wenn es darum ging, die Reifen schnell auf Temperatur zu bringen, einen Vorteil. 2009 lief es nicht so gut, nach der Saison stieg BMW aus und Kubica bei Renault ein.

Der leidenschaftliche Bowling- und Pokerspieler aus Krakau verschaffte sich viel Respekt in der Formel-1-Szene. Mit seinen 1,84 Metern fällt er ohnehin auf. Neben dem glatten Asphalt der Grand-Prix-Kurse fährt Kubica allerdings auch auf andere Pisten ab. «Ich liebe es, einen Rallye-Wagen zu fahren», sagte Kubica, der bei einem Unfall im Straßenverkehr 2003 einen Armbruch erlitten hatte, einmal.

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