Jenson Button
Jenson Button gibt ein kurzes Comeback im McLaren-Cockpit. Foto: Claude Paris

Jenson Button gibt ein kurzes Comeback im McLaren-Cockpit. Foto: Claude Paris

dpa

Jenson Button gibt ein kurzes Comeback im McLaren-Cockpit. Foto: Claude Paris

Monte Carlo (dpa) - Für sein Kurz-Comeback in der Formel 1 holte sich Jenson Button erst die Erlaubnis seiner Haustiere.

«Ich habe meine Hunde gefragt, und sie meinten, sie kommen ein paar Wochen ohne mich aus», scherzte der Altmeister, der am Wochenende beim Klassiker in Monaco noch einmal ins McLaren-Cockpit klettern wird. Weil Stammkraft Fernando Alonso lieber bei den 500 Meilen von Indianapolis starten will, holte der Rennstall den Briten zurück aus dem Vorruhestand. «Mein Freundin hat gesagt: Tu, was du nicht lassen kannst», beschrieb Button die Entscheidungsfindung.

Der Weltmeister von 2009 hatte nach der vergangenen Saison seinen Platz bei McLaren geräumt und sich in eine Rolle als Botschafter des Teams zurückgezogen. Mit seiner neuen Freundin Brittny Ward, einem zumeist eher leicht bekleideten Model aus Kalifornien, genoss er nach 17 Jahren in der Hochdruckkammer Formel 1 das Leben als Privatier. «Das war schon ziemlich cool», sagte Button.

Seinen sportlichen Ehrgeiz konzentriert der 37-Jährige inzwischen auf seine Leidenschaft Triathlon. Jüngst sicherte er sich sogar das Ticket für die nächste WM. «Ich bin vollauf beschäftigt mit Training und damit, Hundekacke aufzusammeln», sagte Button in Monte Carlo grinsend über seinen Alltag in den vergangenen Monaten.

Fit genug für die einmalige Rückkehr in den Grand-Prix-Zirkus scheint Button also allemal. Dennoch gab es auch Kritik an der Aktion von McLaren, die wohl vor allem dazu dient, den wegen des völlig verpatzten Saisonstarts frustrierten Alonso mit einem kleinen Abenteuer bei Laune zu halten. Button war der logische Ersatz. «Er ist 17 Jahre Formel 1 gefahren und hat nur vier Rennen verpasst. Es ist nicht so, dass er aus dem Ruhestand zurückkommt - wie jemand, der drei Jahre nicht im Auto war», sagte Teamchef Zak Brown.

Button kennt die Gassen von Monaco bestens, hat hier während seiner gesamten Formel-1-Karriere gelebt und 2009 auf dem Weg zu seinem WM-Titel im Brawn-Mercedes gewonnen. Auf die Runden im neuen Auto, das wegen der veränderten Regeln in diesem Jahr breiter, schwerer und schneller ist, bereitete er sich mit vielen Stunden im Simulator vor. «Er wird einen tollen Job machen, keinen Zweifel. Er ist ein Veteran», sagte Mercedes-Star Lewis Hamilton.

Hohen Erwartungen muss sich Button ohnehin nicht stellen. McLaren hat wegen des erneut schwächelnden und defektanfälligen Honda-Motors bittere Monate hinter sich und ist das einzige noch punktlose Team im Feld. «Ich bin völlig entspannt und voller Vorfreude. Ich spüre überhaupt keinen Druck», beteuerte Button, der 15 seiner bislang 305 Grand Prix gewonnen hat.

Für den Start im Fürstentum musste der Routinier nicht einmal seine private Jahresplanung ändern. «Ich wäre sowieso hier gewesen. Anstatt Champagner zu trinken, kann ich jetzt das ganze Wochenende das Auto fahren», sagte Button, ehe er zu den ersten Trainingsrunden um den Jachthafen entschwand.

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