Stuttgart (dpa) - Der frühere Präsident des Internationalen Automobil-Verbandes FIA, Max Mosley, hat Ferrari-Chef Luca di Montezemolo scharf kritisiert. Mosley bezeichnete den Vorschlag des Italieners für ein drittes Formel-1-Auto pro Rennstall als «kompletten Unsinn».

Der 70 Jahre alte Engländer sagte der Online-Ausgabe des Fachmagazins «auto motor und sport»: «Es gäbe den großen Teams noch mehr Power. Sportlich und politisch. Außerdem ist es gegen den Geist der Formel 1. Sie braucht eine Blutauffrischung. Ohne neue Teams wird die Formel 1 sterben.»

Mosley warf di Montezemolo vor, die vielen Probleme «eher größer als kleiner» zu machen. Dieser wisse nicht, wie schwer es sei, mit einem neuen Rennstall anzutreten. «Er musste nie ein Team von Null aufbauen. Ihm wurde alles von Agnelli auf dem Silbertablett präsentiert», sagte der vor einem Jahr nicht mehr angetretene frühere Spitzenfunktionär.

Mosley setzt sich für eine weitere Kostenreduzierung in der Königsklasse des Motorsports ein. «Dieses Geschäft kann mittelfristig nicht überleben, wenn man so weiterwirtschaftet», prognostizierte er. «Das einzige, was funktioniert, ist ein Budgetlimit.» Der von den Teams geschlossene Kostenreduzierungsvertrag habe nur einen minimalen Effekt. Wenn beispielsweise die Mitarbeiterzahl beschränkt werde, könnten die reichen Rennställe sich die besten Kräfte holen.

Dagegen begrüßte Mosley das neue Motorenreglement für 2013 als einen «großen Schritt in die richtige Richtung». Statt 2,4 Liter- Motoren mit acht Zylindern dürfen dann nur noch 1,6 Liter-Triebwerke mit vier Zylindern eingesetzt werden. Dadurch soll sich der Benzinverbrauch um 35 Prozent verringern.

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