Erster Weltcup-Sieg im Slalom drei Wochen vor Olympia in Vancouver.

Kitzbühel. Noch im Zielraum des Kitzbüheler Slaloms nahm Christian Neureuther seinen erstmals siegreichen Sohn in die Arme. Beide hatten nach dem Premieren-Sieg von Felix Neureuther im Weltcup Tränen in den Augen. Mit dem ersten Erfolg eines deutschen Alpinen seit fünf Jahren stellte der 25-Jährige alles andere in den Schatten.

"Die Gefühle überkommen mich gerade einfach. Dass ich das ausgerechnet in Kitzbühel schaffe, ist unfassbar", sagte der WM-Vierte nach seinem Coup an dem Ort, an dem auch der Vater vor mehr als drei Jahrzehnten gewonnen hatte. "Das macht mich so stolz, das kann man sich nicht vorstellen." Und der Papa schwärmte: "Es ist viel schöner, als selbst zu gewinnen."

 "Wenn ich die Sprache der jungen Menschen hernehme, sage ich: Ist das geil", sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier, der sich zudem über ein nicht zwingend erwartetes Olympia-Ticket freuen durfte. Stephan Keppler löste beim Super-G-Sieg von Didier Cuche, der auch die legendäre Hahnenkamm-Abfahrt gewann, das Olympia-Ticket. "Seit ich beim Deutschen Skiverband arbeite, kann ich mich an ein solches Wochenende nicht erinnern."

Sehnsüchtig hatten die deutschen Alpinen auf den Befreiungsschlag bei den oft kritisierten Herren gewartet. 2005 in Wengen war Alois Vogl der letzte Erfolg geglückt, diesmal war er neben Felix’ Eltern als Glücksbringer am Ganslernhang dabei. Für den 25-Jährigen selbst ging ein ganz großer Wunsch in Erfüllung.

"Es geht so schnell in Deutschland. Entweder man ist der Depp oder der König", meinte der nun um 70.000 Euro reichere Techniker, der auch von seiner Mutter Rosi Mittermaier am Streckenrand angefeuert wurde. Und als am größten Tag seiner Sportler-Laufbahn erstmals für ihn die Nationalhymne erklang und ein Transparent mit den olympischen Ringen ("Felix go for Gold") hochgehalten wurde, durfte der Slalom-Experte kurz von ganz großen Zielen in Vancouver träumen.

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