Britta Heidemann führt das deutsche Fecht-Team bei der EM in Sheffield an.
Britta Heidemann führt das deutsche Fecht-Team bei der EM in Sheffield an.

Britta Heidemann führt das deutsche Fecht-Team bei der EM in Sheffield an.

dpa

Britta Heidemann führt das deutsche Fecht-Team bei der EM in Sheffield an.

Sheffield (dpa) - Deutschlands Fechter haben die Planchen von Sheffield vor Augen und London 2012 im Hinterkopf. Mit den Europameisterschaften vom 14. bis 19. Juli in der nordenglischen Grafschaft Yorkshire beginnt endgültig die heiße Phase der Olympia- Qualifikation.

Gordon Rapp, Präsident des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB), misst dem kontinentalen Championat hohe Bedeutung bei: «Die EM ist eine wichtige Zwischenstation und dient als Standortbestimmung für die WM im Oktober in Catania und auch schon für London.»

Das 26 Athleten umfassende deutsche Team wird angeführt von Degen-Olympiasiegerin Britta Heidemann (Leverkusen), Florett- Weltmeister Peter Joppich (Koblenz), Imke Duplitzer, die 2010 bei der Heim-EM in Leipzig mit dem Degen die einzige goldene von insgesamt sechs (1-2-3) deutschen Medaillen holte, und Nicolas Limbach (Dormagen), WM-Zweiter von Paris 2010 mit dem Säbel. Imke Duplitzer, Präsidentin des OFC Bonn, gibt die Marschroute für den EM-Auftritt vor: «Spaß haben, locker fechten und schauen, was draus wird.»

Rapp sieht das ähnlich gelassen: «Wir wollen Medaillen holen - und dabei auch die eine oder andere goldene.» Duplitzer, der vierfache Einzel-Weltchampion Joppich, Heidemann und Limbach haben in den Individual-Disziplinen die besten Erfolgsaussichten im deutschen Team, das auf Florett-Olympiasieger Benjamin Kleibrink verzichten muss. «Das ist natürlich eine Schwächung, aber er wird bei der WM hoffentlich wieder dabei sein», sagte Rapp über den Tauberbischofsheimer, der an den Folgen eines Motorradunfalls laboriert.

«Bennis Ausfall ist extrem schwer zu verkraften. Es ist schon etwas anderes, wenn man mit oder ohne Olympiasieger antritt», meinte DFeB-Sportdirektor Manfred Kaspar. Doch auch ohne Kleibrink sei die Mannschaft, speziell durch das Degen-Duo Heidemann/Duplitzer, Florett-Star Joppich und den Säbel-Experten Limbach, «immer für Edelmetall gut». Rapp zeigte sich «generell sehr optimistisch. Wir hoffen natürlich, dass sich unsere Leute ähnlich erfolgreich präsentieren können wie bei der EM in Leipzig.»

In der Sachsen-Metropole belegte Deutschland hinter den überragenden Italienern (5-2-3) und Russland (2-4-4) mit Gold durch Duplitzer, zweimal Silber (Limbach und die Damenflorett-Mannschaft) und dreimal Bronze Rang drei der Nationenwertung. Das Herrenflorett-Team enttäuschte mit Rang sieben stark und will sich auch ohne Kleibrink in Sheffield rehabilitieren. «Es muss unser Ziel sein, das Halbfinale zu erreichen», sagte Disziplin-Bundestrainer Ulrich Schreck. «Alles andere wäre Tiefstapelei.»

Limbach (2.), Joppich (4.), Duplitzer (8.) und der Leipziger Degen-Experte Jörg Fiedler (9.) sind von den Deutschen in der Weltrangliste am höchsten platziert. «Auf die Autobahn eingebogen sind wir damit schon. Jetzt dürfen wir nur nicht gleich in einen Stau geraten», meinte Sportdirektor Kaspar mit Blick auf die EM («das zweitwichtigste Ereignis des Jahres») und die WM. Catania wird das Highlight 2011: Dort werden die Weltranglistenpunkte mit dem Faktor 2,5 multipliziert - und darauf basiert dann die Vergabe der Tickets für London 2012.

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