Hans Wilhelm Gäb
Hans Wilhelm Gäb hat das IOC kritisiert. Foto: Andreas Gebert

Hans Wilhelm Gäb hat das IOC kritisiert. Foto: Andreas Gebert

dpa

Hans Wilhelm Gäb hat das IOC kritisiert. Foto: Andreas Gebert

Stuttgart (dpa) - Der langjährige deutsche Sport-Spitzenfunktionär Hans Wilhelm Gäb hat seine drastische Kritik am Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und dessen Präsidenten Thomas Bach bekräftigt.

Insbesondere die Haltung im Zusammenhang mit den Dopingvorwürfen gegen Russland hat den Ehrenvorsitzenden der Stiftung Deutsche Sporthilfe verärgert. «Das war in meinen Augen eine Kapitulation vor der Macht eines Staates und Verrat an den Idealen des Sports, dessen Integrität das IOC zu verteidigen hat», sagte der 80-Jährige in einem Interview der «Stuttgarter Zeitung».

Den ihm 2006 verliehenen olympischen Orden hatte Gäb aufgrund seiner Enttäuschung vor einem halben Jahr zurückgegeben. «Thomas Bach hat in den Augen vieler Athleten und Fans des Sports seine Glaubwürdigkeit als Antidopingkämpfer verloren. Und genauso schlimm ist es, dass er in der Russland-Causa den Eindruck erweckt hat, nicht mehr unabhängig zu sein», meinte Gäb und forderte: «Das IOC muss den Kampf gegen Doping glaubwürdiger und härter führen, es muss Gigantonomie und totale Kommerzialisierung zurückfahren, und es muss politische Neutralität nachweisen.»

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