Hamm (dpa) ­ Streit um Steuernachzahlung: Der frühere Fußball-Bundesligaprofi Raymond Kalla will seinen ehemaligen Arbeitgeber VfL Bochum weiterhin gerichtlich zwingen, ihm mehr als 311 000 Euro Einkommensteuer zu erstatten.

Am 12. Januar wird der Fall in zweiter Instanz vor dem Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm verhandelt. Der frühere Abwehrspieler hatte im Zusammenhang mit seinem Wechsel zum VfL Bochum von 2002 bis 2004 von dem Verein insgesamt 690 000 Euro schwarz erhalten. Die eigentlich fälligen 311 488 Euro Einkommensteuer zahlte Kalla jedoch nicht. Das Amtsgericht Bochum verurteilte ihn daher im Januar 2008 zu einer 20-monatigen Bewährungsstrafe wegen Steuerhinterziehung. Kalla musste das Geld außerdem nachzahlen.

Kalla forderte die Summe von Bochum zurück und klagte vor dem Arbeitsgericht Bochum. Es sei mit den Verantwortlichen vereinbart gewesen, dass ihm Ablöse und ein Handgeld netto zufließen sollten, argumentierte er. Der Verein bestreitet eine entsprechende Vereinbarung, wie das LAG mitteilte. Nachdem das Arbeitsgericht Bochum die Klage Kallas im vergangenen November wegen Verjährung abgewiesen hatte, befasst sich nun am kommenden Mittwoch das LAG als Berufungsinstanz mit dem Fall. Ein Gerichtssprecher ging nicht davon aus, dass Kalla persönlich zur Verhandlung erscheint.

Wie das LAG weiter mitteilte, hatte der Verein von 2002 bis 2004 insgesamt 880 000 Euro an einen Spielervermittler gezahlt, der davon 640 000 Euro an Kalla weiterleitete. Weitere 50 000 Euro erhielt der Kameruner unmittelbar vom Verein.

Der mittlerweile 35 Jahre alte Kalla, der auch Nationalspieler in Kamerun war, spielte von 2002 bis 2005 in Bochum. In 77 Bundesligapartien schoss er 6 Tore.

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