Glasgow (dpa) - Japans Turner haben in einem dramatischen Kampf eine lange Durststrecke beendet und erstmals seit 1978 wieder den Mannschafts-Titel bei einer Weltmeisterschaften gewonnen.

Im einem hochklassigen Finale bezwangen die Japaner mit 270,818 Punkten das starke Team von Gastgeber Großbritannien (270,345), das sich damit seine erste Team-Medaille in der 112-jährigen Geschichte der Titelkämpfe sicherte.

Bronze ging an Seriensieger China (269,959), der zuvor zehnmal die WM-Goldmedaille gewonnen hatte. Die Asiaten enttäuschten vor allem mit zwei Abstürzen am Pauschenpferd. Es war die erste Niederlage der Asiaten im WM-Teamwettbewerb seit 2003.

Die deutschen Turner um Fabian Hambüchen hatten als Neunter der Qualifikation in Glasgow erstmals seit 2003 das Team-Finale verpasst und damit auch ihre Chancen auf das direkte Olympia-Ticket eingebüßt.

In der Hydro Arena leisteten sich der Japaner Yusuke Tanaka und der überragende Kohei Uchimura am Schlussgerät Reck zwei Absteiger. Damit mussten die Asiaten bis zur letzten Wertung bangen, ehe das Schlussresultat auf der Anzeigetafel erschien und ihr historischer Triumph perfekt war.

Herausragender Turner im Siegerteam war trotz des Sturzes dennoch Uchimura, der an allen sechs Geräten eingesetzt wurde und fünfmal glänzte. Er fuhr damit seinen achten Titel bei Weltmeisterschaften ein, den ersten mit seinem Team. Der unvergleichliche Dominator der Turn-Szene strebt in zwei Tagen seinen sechsten Mehrkampf-Titel in Serie an. Ein Rekord, den ihm wohl in näherer Zukunft niemand nehmen kann.

Beim bislang letzten Titelgewinn der Japaner 1978 waren in Mitsuo Tsukahara und Yukio Kasamatsu noch Turn-Größen an die Geräte gegangen, deren weltbekannte, selbst kreierte Elemente heute noch von der Weltspitze geturnt werden.

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