Der frühere polnische Fußballer Zbigniew Boniek (L)  und der frühere ukrainischeFußballer  Andriy Shevchenko (R) helfen beim Auslosen.
Der frühere polnische Fußballer Zbigniew Boniek (L) und der frühere ukrainischeFußballer Andriy Shevchenko (R) helfen beim Auslosen.

Der frühere polnische Fußballer Zbigniew Boniek (L) und der frühere ukrainischeFußballer Andriy Shevchenko (R) helfen beim Auslosen.

dpa

Der frühere polnische Fußballer Zbigniew Boniek (L) und der frühere ukrainischeFußballer Andriy Shevchenko (R) helfen beim Auslosen.

Warschau. Am Sonntag schaut die Fußballwelt (auch) nach Warschau. Dort wurden ab 12 Uhr die Qualfikationsgruppen für die EM 2012 in Polen und in der Ukraine ausgelost. Deutschland musste diesmal wenig bangen: Die Mannschaft war als Gruppenkopf gesetzt. Gezogen wurde keine "Hammergruppe". Die Gegner heißen: Türkei, Österreich, Belgien, Kasachstan und Aserbaidschan.

Von den EM-Arbeiten am Warschauer Nationalstadion konnte sich UEFA-Präsident Michel Platini am Wochenende selbst ein Bild machen. Bei seinem Besuch in der polnischen Hauptstadt verteilte der mächtige Franzose trotz einiger Baustellen eifrig Komplimente für die Gastgeber der Fußball-Europameisterschaft 2012.

«Es gibt noch Dinge zu verbessern, aber wir haben noch zwei Jahre Zeit und keine größeren Probleme», erklärte Platini am Rande der Auslosung der Qualifikations-Gruppen für die EM 2012. Die Gastgeberländer Polen und Ukraine lobte der Europameister von 1984 für ihren «Enthusiasmus». «Sie arbeiten gut und wir sind sicher, dass die EM ein Erfolg wird.»

Nicht weit entfernt vom imposanten Kulturpalast schufteten auch am Tag der Auslosung bei Minustemperaturen mehrere Arbeiter auf der Baustelle Nationalstadion. «Wir arbeiten auch samstags und sonntags», sagte Daria Kulinska, die Sprecherin des Nationalen Sportzentrums. Nach der jüngsten Kältewelle mit Temperaturen bis zu minus 20 Grad geht die Arbeit wieder im Zwei-Schichten-Takt weiter. Im Einsatz sind zur Zeit 1030 Arbeiter. «Wir sind im Zeitplan», betonte Kulinska.

Sogar unerwartete Zwischenfälle wie ein unter der Erde gefundener Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg können die Bautätigkeit nur für einen kurzen Augenblick aufhalten. Im Nationalstadion der polnischen Hauptstadt soll am 9. Juni 2012 das EM-Eröffnungsspiel stattfinden. Die Auslosungszeremonie im altehrwürdigen Kulturpalast wurde von Polens Ex-Nationalspieler Zbigniew Boniek als erste große Bewährungsprobe eingeschätzt.

Bonieks ehemaliger Mitspieler Grzegorz Lato, heute Präsident des polnischen Fußballverbandes PZPN, glaubt, dass die EM «die Entwicklung in meinem Heimatland Polen in die richtige Richtung beschleunigt hat». Im Gespräch mit www.uefa.com räumte Lato aber auch ein, dass es «noch eine Menge zu tun gibt».

Doch nicht an allen polnischen Standorten herrscht solcher Optimismus wie in Warschau. In Breslau gibt es beim Stadionbau eine halbjährige Verzögerung. Um das Schlimmste abzuwenden, hatte Breslau den Vertrag mit einem polnischen Unternehmen aufgekündigt und eine deutsche Firma geholt.

Es droht aber ein Gerichtsprozess, der die Investition gefährden könnte. «Wir schaffen es bis Ende Juni 2011», versicherte trotzdem der regionale Verwaltungschef. Die UEFA sei mit dem Termin einverstanden, trösten sich die Breslauer Machthaber.

Der Verzug beim Breslauer Stadion ist allerdings für die polnischen Gastgeber nicht der einzige Grund zur Sorge. Wie das Nachrichtenmagazin «WPROST» im Januar unter Berufung auf einen angeblichen Bericht des staatlichen Rechnungshofes (NIK) warnte, soll es bei vielen Infrastruktur-Projekten Verzögerungen geben.

Danach werden wichtige Straßenverbindungen, Bahnhöfe, Flughäfen und Bahn- Strecken nicht rechtzeitig zur EM fertig, hieß es im Zeitungsbericht. Doch die NIK beruhigte die Gemüter: Es gebe vorerst nur Teilberichte, mit einer vollständigen Bewertung sei erst im Frühling zu rechnen.

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