Die New York Rangers können sich derzeit oft von den Fans feiern lassen. Foto: Sigi Tischler
Die New York Rangers können sich derzeit oft von den Fans feiern lassen. Foto: Sigi Tischler

Die New York Rangers können sich derzeit oft von den Fans feiern lassen. Foto: Sigi Tischler

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Die New York Rangers können sich derzeit oft von den Fans feiern lassen. Foto: Sigi Tischler

New York (dpa) - Der Eishockey-Winter in New York ist so heiß wie lange nicht mehr. Die New York Rangers rangieren bei Halbzeit der NHL auf Platz eins im Osten, mitten in Manhattan reifen nach Jahren der Tristesse wieder Titelträume.

«Das ist eine eingeschworene Truppe. Die Spieler glauben daran, dass sie was erreichen können», sagt Trainer John Tortorella. Er ist einer von vielen im Führungsstab der Rangers, die bereits Champagner aus dem Stanley Cup getrunken haben. 2004 führte Tortorella Tampa Bay als Coach zum Titel. Ihm zur Seite steht Manager Glen Sather, der als Trainer mit den Edmonton Oilers um den grandiosen Wayne Gretzky zwischen 1984 und 1988 viermal Meister wurde. Noch erfolgreicher war Mark Messier. Als er nach fünf Titeln mit den Oilers 1994 die 54-jährige Durststrecke der Rangers beendete und die Broadway Blueshirts als Kapitän zum Cup-Gewinn führte, verpassten sie ihm in New York den Spitznamen Messias.

Heute arbeitet der Heilsbringer als Berater des Vereins. «Wir sind eine Gruppe von Leuten, die das Gefühl haben, es allen noch einmal zu beweisen», betont Sather. Und dafür haben sie sich Amerikas bedeutendstes Pflaster ausgesucht. Nirgendwo sind die Ansprüche so hoch wie in New York. In der Mega-Metropole streben alle nach dem Maximalen - so auch die Kufencracks.

Und die spielen in der Vorrunde so erfolgreich wie zuletzt vor 40 Jahren. Sather sieht die «Team-Chemie als großen Grund für den bisherigen Erfolg.» Vorne brilliert Marian Gaborik, der mit 23 Toren bereits einen Treffer mehr als in der gesamten Vorsaison erzielt hat. Hinten glänzt Schlussmann Henrik Lundquist. Spielmacher Brad Richards zahlt die investierten 60 Millionen Dollar mit großartigen Leistungen zurück und namenlose Neuzugänge wie Ryan Callahan, Dan Girardi oder Marc Staal, die einst im Farmteam anfingen, sind mittlerweile unverzichtbare Leistungsträger.

In New York haben sie scheinbar aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Vor nicht allzu langer Zeit noch waren die größten Namen gerade gut genug. Wayne Gretzky, Theo Fleury, Eric Lindros, Pawel Bure, Jaromir Jagr - sie alle kamen zwischen 1996 und 2003 nach Manhattan. Große Namen, große Erwartungen und letztlich große Enttäuschungen. Viele der Stars hatten ihren Zenit überschritten, lebten nur noch vom Ruhm und Ruf vergangener Tage.

Jetzt hingegen sind zehn Spieler 27 Jahre oder jünger. Der Aufschwung der Rangers ist auch gut für die Liga. In Nordamerika floriert der Profi-Sport vor allem, wenn die Teams aus dem großen Städten siegreich sind. In New York standen in den vergangenen Jahren jedoch vor allem die Baseballer der Yankees (Meister 2009) und die Footballer der Giants (Super-Bowl-Champion 2008) im sportlichen Spotlight. Die Rangers lenken jetzt das Eishockey-Interesse auf «Big Apple». Experten sind sich einig, dass es neue TV-Rekorde geben würde, wenn New York im Juni das Stanley Cup-Finale erreicht.

Als das Team 1994 gegen die Vancouver Canucks letztmals in den Endspielen stand, gab es bei der siebten und entscheidenden Partie die bis dato höchste Einschaltquote der NHL-Geschichte - und nach dem 3:2-Sieg eine der größten Parties in der Historie des Madison Square Garden. «New York, nach 54 Jahren ist die lange Warterei vorbei», hatte der Hallensprecher an jenem 14. Juni betont, ehe Mark Messier den 15,5 Kilogramm schweren Silber-Pokal in die Höhe stemmte und aus den Boxen Tina Turners Klassiker «Simply the best» dröhnte.

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