Goalie Dominik Hasek (l) soll mit 46 Jahren sein Nationalmannschafts-Comeback geben.
Goalie Dominik Hasek (l) soll mit 46 Jahren sein Nationalmannschafts-Comeback geben.

Goalie Dominik Hasek (l) soll mit 46 Jahren sein Nationalmannschafts-Comeback geben.

dpa

Goalie Dominik Hasek (l) soll mit 46 Jahren sein Nationalmannschafts-Comeback geben.

Moskau (dpa) - Nach überragenden Leistungen bei Moskaus Eishockey-Traditionsclub Spartak steht die tschechische Sport-Legende Dominik Hasek vor einem spektakulären Comeback - im Alter von 46 Jahren.

Vor wenigen Tagen nominierte Tschechiens Nationaltrainer Alois Hadamczik den Star-Torwart in den erweiterten Kader für die Weltmeisterschaft im Frühjahr in der Slowakei. Es wäre Haseks erstes Länderspiel seit den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin gegen Deutschland (4:1).

Über Haseks Transfer vom ostböhmischen Verein HC Pardubice nach Russland schüttelten viele Experten im vergangenen Sommer den Kopf. Die weiten Reisen und die ruppigere Spielweise tue sich der Olympiasieger von 1998 wohl nur wegen einer Millionen-Gage an. «Das Geld spielt sicher eine Rolle, aber für mich geht mit dem Wechsel zu diesem sagenhaften Verein ein Kindheitstraum in Erfüllung», sagte der Torwart damals der Nachrichtenagentur dpa. Doch der Start geriet zum Fiasko: Spartak verlor Spiel um Spiel, Hasek hielt mäßig, zwei Trainer wurden gefeuert. «Ein Alptraum», meint er heute dazu.

Danach stieg der älteste KHL-Spieler aber wie Phönix aus der Asche auf. Hasek blieb sieben Partien ohne Gegentreffer - so viele wie kein anderer KHL-Torwart - und wurde im Januar zum Spieler des Monats gewählt. Längst ist Spartak für die Playoffs qualifiziert. «Ich hätte jeden für verrückt erklärt, der das prophezeit hätte», erzählt der zweimalige Stanley-Cup-Gewinner. Vorläufiger Höhepunkt war das All-Star-Game Anfang des Monats in St. Petersburg - zusammen mit seinem Landsmann Jaromir Jagr, der die Schlittschuhe für Omsk in Sibirien schnürt. «Mit 39 ist Jarda ja noch jung», witzelt Hasek.

In der Kontinentalen Eishockey-Liga (KHL), die sich als Konkurrenz zur nordamerikanischen Profi-Liga NHL sieht, treten außer 21 russischen Clubs je ein Verein aus Weißrussland, Kasachstan und Lettland an. «Man sieht, dass hier Geld ist. Die Vereine haben einige der besten Spieler Europas», schwärmt Hasek, der sich in 19 NHL- Spielzeiten den Ruf als einer der weltbesten Torhüter erwarb. Auch in Russland ist er äußerst populär. Für ein gemeinsames Foto mit dem Tschechen stehen sich auch Fans des Gegners nach KHL-Spielen die Beine in den Bauch. «Freizeit gibt es kaum», bedauert er. «Wir reisen viel und trainieren täglich. Auf dem Roten Platz war ich einmal.»

Haseks Vertrag in Moskau läuft nach der Saison aus. Spartak hat Interesse an einer Verlängerung, und Geld scheint in der mit Öl- und Gas-Millionen gesponserten KHL kein Problem zu sein. Vor seinem Wechsel nach Russland habe er auch Angebote aus Deutschland gehabt, meint der «Dominator» mit der Rückennummer 39. «Mal sehen, wie es weitergeht.» Falls aber das Team um Hasek weiter so gut spielen und am Ende sogar KHL-Meister werden sollte, werden die Fans ihn kaum gehen lassen: Spartaks letzter nationaler Titel datiert von 1976.

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