Zürich (dpa) - Die Chancen auf eine Neueinführung der Eishockey-Champions-League sind deutlich gestiegen. Der Weltverband IIHF präsentierte in Zürich den europäischen Nationalverbänden, Ligen und Topclubs ein neues, nachgebessertes Konzept für einen möglichen Start des Wettbewerbs im Oktober 2011.

«Die Vorstellungen sind konkreter, realistischer und besser. Es hat eine deutliche Annäherung stattgefunden. Ob es reicht, müssen nun die Clubs entscheiden», sagte der Geschäftsführer der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), Gernot Tripcke, der Nachrichtenagentur dpa. Bei dem Treffen in Zürich waren auch Vertreter von DEL-Meister Hannover Scorpions, der Adler Mannheim und der Eisbären Berlin anwesend.

Bis zum 17. Februar müssen sich die Clubs und Ligen entscheiden, ob sie einer Neuauflage zustimmen. Die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) will darüber bereits am 12. Februar auf ihrer Gesellschafterversammlung beraten, steht dem Konzept aber «wohlwollend» gegenüber. Die Champions League war 2008/2009 ins Leben gerufen, nach dem Ausstieg eines russischen Großsponsors nach nur einer Spielzeit jedoch wieder eingestellt worden.

Noch im Dezember hatte eine Neuauflage vor dem Aus gestanden. Die sieben stärksten mittel- und nordeuropäischen Ligen hatten deutliche Nachbesserungen gefordert. Die IIHF ging nun auf viele, aber nicht alle Forderungen ein. So präsentierte der Weltverband etwa konkrete Marketingkonzepte und würde auch Clubs aus Österreich berücksichtigen. Statt der geforderten 32 Teilnehmer sieht der Vorschlag aber nur 16 Starter vor. Aus Deutschland wären der Sieger der Hauptrunde und der deutsche Meister qualifiziert.

Hauptstreitpunkt ist nach wie vor der IIHF-Vorschlag auf Entschädigung für den in der Saison 2009/2010 ausgefallenen Wettbewerb. Unter anderem Berlin und Hannover, die für den Wettbewerb sportlich qualifiziert waren, wurden zuletzt pauschal 100 000 Schweizer Franken (rund 78 000 Euro) angeboten, wenn sie von Schadenersatzklagen absähen. Tripcke deutete an, dass ein Neustart vor allem in diesem Punkt am Widerstand anderer Nationen scheitern könnte. «Deutschland ist da am unkompliziertesten», sagte Tripcke.

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