Die Düsseldorfer EG hat im Sommer um ihre Zukunft bangen müssen.

Stephan Daschner ist Düsseldorfs Nationalspieler.
Stephan Daschner ist Düsseldorfs Nationalspieler.

Stephan Daschner ist Düsseldorfs Nationalspieler.

Horstmüller

Stephan Daschner ist Düsseldorfs Nationalspieler.

Düsseldorf. Auf Düsseldorf als Meister hat niemand getippt. Das dürfte Christof Kreutzer, Trainer und Identifikationsfigur, gefreut haben. Denn im Umfeld der DEG fangen manche gerade schon wieder zu träumen an. Kreutzer selbst hat dafür eine Standard-Antwort parat: „Man muss realistisch bleiben.“

Und wenn man das ist, sieht man, dass die DEG kein Geld hatte, ihren Superstürmer Ken-André Olimb zu ersetzen. Dass sie sich zwar in der Defensive durch Marco Nowak und Henri Haase gesteigert und im Angriff mit Alexander Barta und Daniel Weiß mehr Tiefe hat. Aber dass schon einiges richtig laufen muss, damit sich der Club von der Brehmstraße zum dritten Mal in Folge direkt für das Viertelfinale qualifiziert. Vor allem muss der junge Torhüter Mathias Niederberger noch mal eine so überragende Saison spielen.

Betrachtet man das Gesamtkunstwerk DEG, darf es schon als erfreuliche Nachricht für die Eishockey-Freunde am Rhein gelten, dass der Verein überhaupt noch mitspielt in der Eliteliga. Im Sommer hatte es mächtig Knatsch zwischen dem Anteilseigner Mikhail Ponomarev und dem Rathaus gegeben. Die Zutaten: unbezahlte Rechnungen und fehlende Verträge, Männer mit großen Egos und knallharte Hinterzimmergespräche. Es gab in diesem Sommer Tage, da schien ein Neuanfang in der Oberliga eine Option zu sein.

Am Ende mussten Ponomarev und Geschäftsführer Paul Specht gehen, im Gegenzug greift die Stadt dem Verein weiter großzügig unter die Arme und besorgte im ehemaligen Handball-Profi und -Manager Stefan Adam einen neuen Geschäftsführer. Dank eines neuen Gesellschafters und vieler kleiner Sponsoren ist die Finanzierung für die nächsten drei Jahre gesichert. Adam sprach gar von „Aufbruchstimmung“. Aber das ist auch sein Job.

Bei den Fans ist diese Stimmung zu spüren. Jüngst ging die 3000. Dauerkarte über den Tisch, so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr. Nach zwei fünften Plätzen, einer Halb- und einer Viertelfinal-Teilnahme sind die Erwartungen wieder gewachsen. Wie es halt läuft in Düsseldorf, wo man gern Erster in irgendetwas ist. Kreutzer würde das auch gern, weiß aber, dass das noch dauern wird. Er hat zwar viele Spieler jenseits der 30, aber noch mehr junge, die längst nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen sind.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer