Hannover (dpa) - Ein «Endspiel» um die Vorrunden-Meisterschaft und eine riesige Karnevalsparty leiten den Endspurt in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) im Kampf um die Playoffplätze ein.

Am vorletzten Hauptrunden-Wochenende stehen die Auftritte des Tabellenzweiten DEG Metro Stars im Mittelpunkt. Am Freitag treten die Düsseldorfer zum Spitzenspiel beim Tabellenführer Grizzly Adams Wolfsburg an. 48 Stunden später steigt dann zum Höhepunkt der fünften Jahreszeit im Rheinland das Derby gegen den Erzrivalen Kölner Haie.

In dieser Saison ist die Liga so ausgeglichen wie lange nicht mehr. Vier Spieltage vor dem Vorrundenende haben noch alle Teams die Chance, Meister zu werden. «So etwas gab es so noch nie. Man muss nur unter die ersten zehn kommen und schon ist man drin in der Lotterie», sagte DEG-Coach Jeff Tomlinson.

Bislang sind nur Wolfsburg, Düsseldorf und der Dritte Berlin für das am 23. März startende Playoff-Viertelfinale qualifiziert. Trotz neun Punkten Vorsprung auf die DEG, die noch ein Spiel mehr zu bestreiten hat, ist Wolfsburg die beste Ausgangsposition für die Playoffs noch nicht sicher. Bei einem Sieg am Freitag wäre Platz eins nur noch theoretisch gefährdet, die DEG muss selbst unbedingt gewinnen, um Wolfsburg noch abzufangen. «Ein Endspiel», urteilte Wolfsburgs Manager Charly Fliegauf.

Zuletzt schwächelten die Niedersachsen bei drei Niederlagen aus den vergangenen vier Partien. Zudem sinnt die DEG auf Wiedergutmachung für das bittere Playoff-Aus in der vergangenen Saison und sieben Pleiten in Serie gegen Wolfsburg.

Besonders heiß hergehen dürfte es aber am Karnevalssonntag im 191. rheinischen Derby gegen Köln. Für den 13 380 Zuschauer fassenden ISS Dome gibt es nur noch 200 Restkarten. «Wir gehen davon aus, dass es an der Abendkasse keine Karten mehr gibt», sagte DEG-Geschäftsführer Lance Nethery, der vor knapp zwei Jahren beim vierten Finalspiel gegen Berlin zum letzten Mal ein volles Haus hatte. Der Großteil der Fans dürfte diesmal verkleidet kommen: Nach dem Spiel steigt eine riesige Karnevalsparty. Das erste Bully wird vom Düsseldorfer Prinzenpaar Simon I. und seiner Venetia Rebecca eingeworfen.

Neben der üblichen rheinischen Folklore steht vor allem für die Haie sportlich viel auf dem Spiel. Köln braucht als Zehnter jeden Sieg, um überhaupt vom 16. März an in der Playoff-Qualifikation dabei zu sein. «Wenn die verpasst werden sollte, sieht es natürlich nicht so gut aus», sagte der Bundestrainer und künftige Haie-Sportchef Uwe Krupp, der schon am Kader für die neue Saison bastelt. Bereits im Vorjahr verpasste der achtmalige deutsche Meister den Saisonhöhepunkt und musste danach sogar um die Zukunft in der DEL bangen.

Auch in den anderen Stadien geht es hoch her. Vorjahresfinalist Augsburg steht am Freitag im bayrischen Derby gegen den EHC München besonders unter Druck. Die Panther haben als Letzter schon fünf Punkte Rückstand auf den für die Playoff-Quali notwendigen zehnten Platz. «Zu viele Spieler haben sich aufgegeben. Einige von ihnen werden nächstes Jahr nicht mehr in Augsburg spielen», sagte Coach Larry Mitchell vor der vielleicht letzten Chance.

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