Der Trainer steht bei den Haien in der Kritik. Sein Team hinkt den Erwartungen hinterher. Gegen Krefeld geht es am Mittwoch um mehr als drei Punkte.

Cory Clouston
Ausgezähl: Kölns Cheftrainer Cory Clouston.

Ausgezähl: Kölns Cheftrainer Cory Clouston.

Caroline Seidel

Ausgezähl: Kölns Cheftrainer Cory Clouston.

Köln. Die Länderspiel-Pause in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ist vorbei. Schon am Mittwoch (19.30 Uhr/Kölnarena) nimmt die Meisterschaft mit der Nachhol-Partie der Kölner Haie gegen die Krefeld Pinguine ihren Betrieb wieder auf. Eine Paarung, bei der die Experten vor der Saison keine Wetten auf einen Sieg der Pinguine angenommen hätten. Zu groß sind die Unterschiede im Etat und den sich daraus ergebenden Kadern. Hier die Haie mit einem Budget von 11,5 Millionen Euro (nur München und Mannheim liegen darüber) – dort die Pinguine mit einem Budget von 5,8 Millionen Euro (nur Schwenningen, Straubing und Bremerhaven liegen darunter). Mittwochabend aber knistert es.

Aus den vergangenen fünf Spielen lediglich zwei Zähler geholt

Die Haie nämlich befinden sich gemessen an ihren Ansprüchen in einer handfesten Krise. Nach 20 der 52 Vorrunden-Begegnungen steht das Team von Trainer Cory Clouston nur auf dem zehnten Rang. Der letzte Platz, der zumindest zur Teilnahme an den Vor-Play-offs berechtigt. Lediglich drei Punkte beträgt der Vorsprung zum elften Augsburg, auf Krefeld sind es bei einer bereits mehr ausgetragenen Partie fünf. In den vergangenen fünf Spielen konnte der KEC gerade mal zwei der 15 möglichen Zähler holen – es war ein überaus glückliches 3:2 nach Verlängerung gegen Ingolstadt. Dass dabei in der Kölnarena kurz vor dem ersten Bully das Licht ausgefallen war, erschien beinahe symptomatisch.

Spannend zu beobachten, wie viele Zuschauer das heutige rheinische Derby besuchen. Das Kölner Event-Publikum murrt merkbar auf, weil es nicht ansprechend unterhalten wird und bei den Fans rumort es, weil ihr Team hinter den Erwartungen bleibt. Dabei hatte die Saison vielversprechend begonnen. Besonders die Reihe mit Königs-Transfer Felix Schütz sowie den Zugängen Justin Shugg und Ben Hanowski hatte endlich für ein Ende der Tor-Misere aus der vergangenen Saison gesorgt. Dass Trainer Clouston den bisher überzeugenden Zugang Hanowski dennoch plötzlich in andere Reihen stellte, ist ein Grund der aktuellen Misere. Und macht Clouston noch angreifbarer, als er es ohnehin schon ist.

Immer mehr Anhänger fordern den Rauswurf des Kanadiers. Der konnte zwar bei seinem Amtsantritt im Januar 2016 den auch damals kriselnden achtmaligen Meister stabilisieren, geriet aber schon in der vergangenen Saison wegen seiner unkommunikativen Art und seiner starren Haltung in die Kritik. Der inzwischen nach München gewechselte Patrick Hager hatte ihn für sein Spiel-System offen angegriffen, weshalb der Angreifer just in den wichtigen Play-offs suspendiert wurde. Damals wie auch aktuell findet Clouston jedoch in der Tat einfach keine Lösungen, um aus einem teuren und von Sportdirektor Mark Mahon qualitativ durchaus gut zusammengestellten Kader das Top-Niveau herauszukitzeln.

Grüppchenbildung machen dem Trainer das Leben schwer

Möglich, dass die Spieler ihm dies allerdings auch nicht leicht machen. In Köln wird davon gesprochen, dass es innerhalb der Mannschaft zu Grüppchenbildungen gekommen sei. Besonders auf den derzeit formschwachen Stürmer Philipp Gogulla haben sich einige eingeschossen.

Andere sprechen davon, dass Teile des Teams dem Trainer nicht mehr folgen wollen, weil sie seinen Vorstellungen nicht folgen können.

Clouston aber will nicht vom Weg abweichen. „Es geht nicht darum, wo wir nach 20 Spielen stehen. Es geht darum, wie wir die Saison beenden“, sagt der 48-Jährige. Je nach Ausgang des heutigen Spiels könnte sie für Clouston zumindest schnell beendet sein.

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