Die Fischtown Pinguins sind auf bestem Weg, als zweiter Neuling der DEL-Geschichte in die Playoffs einzuziehen

Eishockey - Fishtown Pinguins Bremerhaven
Alfred Prey,Teammanager der Fishtown Pinguins Bremerhaven hält einen Puck mit dem Logo der Pinguins in seiner Hand.

Alfred Prey,Teammanager der Fishtown Pinguins Bremerhaven hält einen Puck mit dem Logo der Pinguins in seiner Hand.

Carmen Jaspersen

Alfred Prey,Teammanager der Fishtown Pinguins Bremerhaven hält einen Puck mit dem Logo der Pinguins in seiner Hand.

Bremerhaven. Wenn Sportfans im Land Bremen bislang vom „Wunder von der Weser“ sprachen, waren die Fußballer von Werder Bremen gemeint. Nun spielt sich ein paar Kilometer flussabwärts ein neues „Wunder von der Weser“ ab. Die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven sind auf dem besten Wege, als zweiter Neuling in der DEL-Geschichte in die Playoffs einzuziehen.

Zum Start ins neue Jahr stehen die Pinguins besser da, als jeder das vor der Saison erwartet hat. 47 Punkte, Platz neun, 10 Punkte Vorsprung auf Platz elf, den ersten Nicht-Playoff-Platz. In der mehr als 20-jährigen Geschichte der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) hat es erst ein Neuling im ersten Jahr sofort in die Playoffs geschafft. Das war 2010/11 der EHC München. Nun sind die Pinguins auf bestem Wege, dieses Kunststück zu wiederholen. 1,46 Punkte holten die Münchener damals im Schnitt pro Spiel. Mit 1,38 haben die Pinguins einen ähnlichen Wert.

„Wir dürfen nicht denken, dass wir schon etwas erreicht haben. Das Schicksal kann sich immer wenden“, warnte Pinguins-Kapitän Mike Moore nach dem letzten Coup, dem 6:0-Sieg gegen Köln. „Aber wir dürfen stolz sein, dass wir uns in diese Situation gebracht haben.“

Erst durch das Aus der Hamburg Freezers rückten sie im Sommer kurzfristig aus der DEL2 in die DEL nach. Mit knapp vier Millionen Euro haben die Bremerhavener den mit Abstand kleinsten Etat. „Für uns war viel unbekannt in der Liga“, sagt Trainer Thomas Popiesch. Aus dem staunenden Neuling, der über jeden gewonnenen Punkt überrascht schien, ist ein selbstbewusstes Team geworden. Selbst gegen Tabellenführer München, gegen den Tabellenzweiten Nürnberg und gegen Traditionsvereine wie Köln und Berlin, die alle ganz andere finanzielle Möglichkeiten haben, haben die Pinguins schon gewonnen. Popiesch hat es geschafft, aus einem aufgebesserten Zweitliga-Kader mit 18 Neuzugängen (von denen die große Mehrheit für die DEL2 geholt worden ist) eine Einheit zu formen.

Starallüren hat kein Spieler entwickelt. Nicht Jack Combs, mit 15 Treffern der beste Torschütze, nicht Topscorer Cory Quirk (27 Punkte), nicht Torhüter Jerry Kuhn, der mit einer Fangquote von mehr als 94 Prozent den besten Wert aller DEL-Torhüter hat, und auch nicht Verteidiger Wade Bergman, der vielleicht die größte Entdeckung ist. Die Fans strömen, 4394 waren es im Schnitt bei den bisherigen Heimspielen, die Eisarena ist zu 95 Prozent ausgelastet. „Alle in Bremerhaven feiern die Mannschaft im Moment enthusiastisch“, hat Trainer Popiesch festgestellt.

Die Fischtown Pinguins waren 2002 in der zweiten Liga Meister, konnten aber nicht aufsteigen, weil in der alten Eishalle die Voraussetzungen nicht gegeben waren. 2014 waren sie Meister in der DEL2, konnten trotz der 2011 eröffneten neuen Eisarena aber wieder nicht aufsteigen, weil die DEL inzwischen eine geschlossene Liga ist. Seit 2013 bewerben sich die Pinguins jährlich für den Fall, dass eine Lizenz frei wird. Das war in diesem Sommer nach dem Rückzug der Hamburg Freezers der Fall.

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