Eisbären-Coach
Jeff Tomlinson ist der Trainer der Eisbären Berlin. Foto: Armin Weigel

Jeff Tomlinson ist der Trainer der Eisbären Berlin. Foto: Armin Weigel

dpa

Jeff Tomlinson ist der Trainer der Eisbären Berlin. Foto: Armin Weigel

Berlin (dpa) - Stefan Ustorf beschwichtigt. Von einer prekären Situation wollte der Sportliche Leiter des Krisen-Clubs Eisbären Berlin nichts wissen. «Nicht zufriedenstellend» sei das Abrutschen auf Platz elf für den Rekordmeister der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zwar, prekär seien acht Niederlagen aus 15 Spielen aber nicht. «Ich mache mir keine Gedanken, dass wir da nicht wieder rauskommen», erklärte Ustorf ein wenig trotzig. Nach der miesen Vorsaison sollte beim langjährigen Dominator der deutschen Eishockey-Branche vieles besser werden. Wiedergutmachung und ein Platz unter den Top Vier der Hauptrunde hießen die Ziele. Der Saisonstart glückte. Und ein 7:3 gegen die Hamburg Freezers schien vor acht Wochen einen ordentlichen Verlauf zu belegen. Doch inzwischen steckt der Club im Tief und steht im zweiten Duell mit den Hanseaten am Freitag (19.30 Uhr) in der Pflicht. «Es ist schon eine schwere Zeit», räumte der lange verletzte Stürmer Florian Busch ein. Die Bilanz von Jeff Tomlinson in seinem zweiten Jahr als Cheftrainer liest sich nach knapp einem Drittel der Hauptrunde wie die der vergangenen Spielzeit. Damals schockte am Ende das Aus in der ersten Playoff-Runde die Eisbären. Tomlinson hat an der hohen Last seiner Vorgänger zu knabbern und droht an den Ansprüchen zu scheitern. Mit fünf Meisterschaften verließ Don Jackson 2013 die Eisbären. Insgesamt sieben DEL-Titel seit 2005 dekorieren die Erfolgssammlung. Noch bauen die Verantwortlichen auf den 44-Jährigen. «Wenn wir nicht hinter ihm stehen würden, wäre er nicht mehr unser Trainer», erklärte Ustorf und appellierte an das Kollektiv: «Tatsache ist, wir müssen alle besser arbeiten.» Was ein Trainer-Wechsel bewirken kann, lässt sich am kommenden Gegner sehen. Die Freezers - wie Berlin im Besitz des Amerikaners Philip F. Anschutz - eilten zuletzt unter ihrem neuen Headcoach Serge Aubin von Sieg zu Sieg. Die Selbstverständlichkeit von Erfolgen ist bei den Eisbären abhandengekommen und mit ihr das dringend benötigte Selbstvertrauen, deren Mangel Tomlinson als eine Erklärung heranzieht. «Wenn man so viele Spiele verliert, nimmt der Ernst schon Überhand», berichtete Busch und zog aus der Länderspielpause Mut: «Wenn wir gewinnen, ist das erfrischend. Die Niederlagen sind ja eine Weile her.» Der 29-Jährige sorgt mit seiner Rückkehr nach seiner langwierigen Schulterverletzung für erhöhten Konkurrenzkampf. Mit personellen Sorgen kämpfen die Berliner seit Saisonbeginn. Wie im Vorjahr reiht sich einer nach dem anderen in eine Ausfallliste ein. Leistungsträger wie Nationalspieler Constantin Braun (Knorpelschaden im Fußgelenk) und Kapitän André Rankel (Muskelfaserriss) sind schwer zu ersetzen. Als alleinige Entschuldigung dienen die Ausfälle nicht. «Wir laden die Gegner zu Toren ein», bekannte Tomlinson. Laut Ustorf ist die mangelnde Konstanz in der Leistung der gesamten Mannschaft ein Grund dafür, dass der siebenfache DEL-Titelträger von den vergangenen acht Partien vor der Länderspielpause nur zwei gewann. Von der Qualität im Kader scheinen die Eisbären aber nach wie vor überzeugt. «Wenn wir die nächsten drei Spiele gewinnen, ist wieder alles Friede, Freude, Eierkuchen», meinte Ustorf.

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