Auch Thomas Greilinger (r) und Alexander Barta wollen gegen Schweden nicht klein bei geben.
Auch Thomas Greilinger (r) und Alexander Barta wollen gegen Schweden nicht klein bei geben.

Auch Thomas Greilinger (r) und Alexander Barta wollen gegen Schweden nicht klein bei geben.

dpa

Auch Thomas Greilinger (r) und Alexander Barta wollen gegen Schweden nicht klein bei geben.

Bratislava (dpa) - Gewaltige Aufgabe - riesiges Selbstvertrauen: Deutschlands WM-Cracks trotzen den düsteren Viertelfinal-Prognosen und blasen zum Angriff auf den Eishockey-Giganten Schweden.

Trotz zuletzt drei Pleiten in Serie scheint der Optimismus vor dem K.o.-Spiel gegen den achtmaligen Weltmeister ungebrochen: «Wir sind so eine gute Truppe, wir können wirklich alles schaffen», sagte Verteidiger Constantin Braun in Bratislava. Nach dem Traumstart und dem Durchhänger in der Zwischenrunde glaubt man im Deutschen Eishockey-Bund (DEB) wieder an die Überraschung. «Wir sind nicht chancenlos», betonte Sportdirektor Franz Reindl.

«Do or die!» gab Stürmer John Tripp als Motto vor der Revanche für das 2010 verlorene Spiel um WM-Bronze aus - mach es oder stirb! Dabei ging die Generalprobe am Montag gegen Tschechien in die Hose. Beim 2:5 war die DEB-Auswahl dem Titelverteidiger klar unterlegen, auch wenn Nordamerika-Profi Korbinian Holzer meinte: «Wir haben nicht so schlecht gespielt.» Auch Coach Krupp redete die Niederlage schön: «Wir waren unglücklich in den entscheidenden Momenten.»

Im Match gegen die Schweden, die ein deutsches Team in der WM-Historie in bislang 37 Spielen nur zweimal besiegen konnte, setzen Krupps Cracks auf eine breite Brust. «Wir brauchen uns nicht zu verstecken», sagte Holzer, «wir wissen, was wir können.» Abwehrkollege Braun holte gar kühn zum ganz großen Wurf aus: «Ich bin hierhergekommen, um Gold zu holen! Wir können alles schaffen, wenn wir nur annähernd so gut spielen wie gegen Russland und die Slowakei.»

Wie schon bei den ersten Siegen hofft Braun auf schwedische Überheblichkeit: «Die großen Nationen gehen gegen uns nicht mit dem Respekt ins Spiel, der uns gebührt.» Angesprochen darauf, dass die Skandinavier gegen Kanada (2:3) am Montag nicht mit letztem Einsatz antraten, um als Verlierer ein Duell mit Rekordweltmeister Russland zu vermeiden, schmunzelte der Berliner. «Wenn der Schwede denkt, wir sind ein einfacherer Gegner, dann soll er das ruhig denken», sagte Braun.

Um gegen den WM-Dritten aus dem Vorjahr zu bestehen, muss Krupps Auswahl vor allem ihre Chancen verwerten. Diese Schwäche zeigte das Tschechien-Spiel gnadenlos auf. «Die haben Riesenfehler gemacht, und wir haben sie nicht genutzt», bemängelte der Trainer. Zu allem Überfluss kam auch noch Pech bei den Gegentoren dazu. «Man hofft, dass man das Glückspulver nicht verschossen und noch Reserven hat», meinte Reindl. «Aber es entscheidet die Qualität auf dem Eis.»

Dabei ist den Schweden, die gegen Kanada die besten Spieler leicht geschont hatten, schwer beizukommen. Das hatte die deutsche Auswahl schon in der WM-Vorbereitung bei zwei Pleiten (1:2, 0:2) erfahren, in denen Schweden noch deutlich schwächer aufgestellt war als jetzt in der Slowakei. «Die haben relativ kurzen Prozess gemacht», erinnerte sich Krupp. An die Niederlagen will man nun aber keinen Gedanken mehr verschwenden. Der Deutsch-Kanadier Tripp brachte es auf den Punkt: «Wir müssen Selbstvertrauen haben. Negativ sein ist scheiße.»

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