Schweinsteiger findet keinen Weg aus dem Tief. Klose spielt wirkungsvoller als Gomez.

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René Adler jubelt über den Sieg und ein Zu-Null-Spiel.

René Adler jubelt über den Sieg und ein Zu-Null-Spiel.

dpa

René Adler jubelt über den Sieg und ein Zu-Null-Spiel.

René Adler: Der Leverkusener heißt nicht nur wie der imposante Greifvogel, er fasste auch jeden erdenklich bedrohlichen Ball. Selbst den, der ihm Teamkollege Arne Friedrich unfreiwillig direkt neben den Pfosten platziert hatte. Eine fehlerfreie Leistung mit solider Ausstrahlung, wie bei seinem Debüt vor einem Jahr beim 2:1 gegen Russland. Der Adler ist wieder im Team gelandet.

Philipp Lahm: Mehr Konstanz als die, für die der Münchener steht, geht nicht im Nationalteam. Daran änderte auch sein Wechsel von der linken auf die rechte Abwehrseite nichts. Der Rechtsfuß kann nun bis zur Grundlinie durchstoßen. Allerdings fanden seine Flanken nicht immer den richtigen Abnehmer.

Arne Friedrich: Löws Lob, er habe die Abwehr gut organisiert, spricht Bände. Denn den Job erledigt im wahren Leben Per Mertesacker. Dessen Partner sucht Löw. Friedrich ist eine solide Lösung, aber ohne Inspiration und Kreativität im Aufbauspiel.

Serdar Tasci: Der Stuttgart lieferte einen weiteren Beweis, dass gute Clubleistungen für junge Spieler nicht unbedingt im Nationalteam wiederholbar sind. Wenig selbstbewusst, musste er sich zudem einen Ballack-Anpfiff gefallen lassen, weil er zu zögerlich agierte.

Marcel Schäfer: Löws ehemalige rechte Problemseite liegt durch Lahms Seitenwechsel nun links. Schäfer ist zwar kein Lahm, aber entwicklungsfähig. Trotz einiger Fehlpässe die momentan beste Besetzung auf dieser Seite.

Simon Rolfes: Alle hatten auf der Position mit Thomas Hitzlsperger gerechnet. Die Nominierung des Leverkuseners ist nicht allein als Zugeständnis von Löw für den Spielort BayArena zu werten. Rolfes interpretiert die Rolle deutlich spielerischer und mit mehr Leichtigkeit als Hitzlsperger.

Michael Ballack: Ballack war als Schattenmann Özils mehr Moderator als Antreiber des Spiels. Als Bindeglied im neuen System zwischen Sechser und Zehner nicht mehr so dominant in der Offensive. Dennoch bediente er Gomez beim 1:0 und köpfte nach Özil-Ecke an die Latte.

Mesut Özil: Der Bremer prägte das deutsche Spiel, war zentrale Figur, Taktgeber. Beinahe jede offensive Aktion lief über ihn. Er krönte seine Leistung mit dem 2:0. Das 1:0 leitete er mit Pass auf Ballack ein. Mit Özil feiert fasst ein Jahrzehnt nach dem Abschied von Thomas Häßler das Bekenntnis zum Spielmacher fröhliche Urstände.

Bastian Schweinsteiger: Die Hoffnung um Özil begleitet die Depression um "Schweini". Die von Ballack beklagte fehlende Leichtigkeit ist vor allem Schweinsteiger abhanden gekommen. Er quält sich durchs Spiel, vertändelt Chancen und wirft sich bei Laufduellen in die Brust, um bei Löw nicht durchs Nominierungssieb zu fallen.

Marko Marin: Der Neu-Bremer setzte den ersten Warnschuss nach vier Minuten. 86 weitere folgten noch, 45 davon ohne den Dribbler. Das Zusammenspiel mit Özil blitzte phasenweise auf, Marin aber vermochte sich nicht durchzusetzen im Zweikampf.

Mario Gomez: Das Tor spricht für ihn, Löws neues System nicht unbedingt. Der Stoßstürmer als Anspielstation ist für den Nicht-Techniker Gomez kein dankbarer Job. Er mühte sich redlich.

Miroslav Klose: Für Gomez gekommen und die bessere Besetzung in seinem 90. Länderspiel. Wirkte spritziger, kombinationssicherer und legte Özil das 2:0 auf.

Lukas Podolski: Der Stürmer Podolski ist Geschichte bei Löw. Er kam für Marin im Mittelfeld, spielte ähnlich unauffällig wie im Verein, machte weniger Fehler als Marin.

Heiko Westermann: Kam für Tasci nach der Pause. Vor einem Jahr galt er als wesentliche Säule in der Defensive. Jetzt ist eigentlich nirgendwo mehr Platz für ihn - weil er ein Könner auf vielen Positionen, aber nirgends ein wirklicher Spezialist ist.

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