Morgenstern gewinnt das letzte Springen. Versöhnliches Ende für die deutschen Adler.

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Andreas Kofler triumphiert erstmals bei der Tournee.

Andreas Kofler triumphiert erstmals bei der Tournee.

dpa

Andreas Kofler triumphiert erstmals bei der Tournee.

Bischofshofen. Es war ein Feiertag: Mehr als 25 000 Zuschauer kamen ins 10 240-Einwohner-Städtchen Bischofshofen. Österreich feierte am Dreikönigstag drei Skisprung-Könige: Thomas Morgenstern siegte im letzten Tourneespringen, Andreas Kofler ließ sich den Gesamtsieg nicht mehr nehmen, und Titelverteidiger Wolfgang Loitzl belegte in der Tourneewertung hinter dem Finnen Janne Ahonen Platz drei.

Seit sieben Tourneespringen kommt damit der Tagessieger aus Österreich. "Wir sind wieder einmal auf einer absoluten Entwicklungsspitze angelangt", jubelte Toni Innauer, Sportdirektor der Skispringer und Kombinierer.

Und die Deutschen? Sie feierten einen versöhnlichen Abschluss einer weitgehend verkorksten Tournee. Als Triumphator Andreas Kofler auf den Schultern seiner Teamkollegen das Bad in der Menge genoss, hatte auch Pascal Bodmer allen Grund zum Jubeln. Mit Platz sieben in der Gesamtwertung verhinderte der 19Jahre alte Youngster die größte Pleite der deutschen Skispringer seit 18 Jahren und etablierte sich in der erweiterten Weltspitze.

Für Martin Schmitt wird die Zeit bis zu den Spielen knapp

Außerdem ließ sich der 31-jährige Michael Uhrmann vom desaströsen Abschneiden bei den beiden ersten Springen (Platz 50 und 38) nicht beirren, kämpfte weiter und kann mit den Plätzen zwölf (Innsbruck) und 13 (Bischofshofen) erhobenen Hauptes aus der Tournee gehen.

Bundestrainer Werner Schuster freute sich über das gute Teamergebnis, zu dem Michael Neumayer einen zwölften Platz beisteuerte: "Die Mannschaft hat Herz und Charakter gezeigt, das ist sehr erfreulich." Martin Schmitt (31) dagegen konnte erneut nicht überzeugen und belegte sowohl im Tagesklassement als auch in der Endabrechnung nur Rang 21. "Ich kann nicht zufrieden sein", bilanzierte Schmitt. Für ihn wird die Zeit bis zu den Olympischen Spielen knapp. Immerhin: Er hat sich durchgebissen und (nach außen) nicht die Ruhe verloren.

1. Morgenstern (AUT) 264,7 Pkt. (133,0/136,0 m); 2. Ahonen (FIN) 264,0 (134,0/133,5); 3. Ammann (SUI) 261,5 (136,0/131,5); 4. Loitzl (AUT) 260,9 (130,5/135,0); 5. Kofler (AUT) 255,0 (129,0/133,5); 6. Schlierenzauer (AUT) 253,5 (128,5/134,0); ... 9. Bodmer (Meßstetten) 236,9 (127,0/128,5); 12. Neumayer (Berchtesgaden) 230,0 (125,0/127,5); 13. Uhrmann (Rastbüchl) 227,3 (120,0/131,0); 21. Schmitt (Furtwangen) 218,8 (122,5/123,5)

1. Kofler 1027,2 Pkt.; 2. Ahonen 1013,9; 3. Loitzl 1011,6; 4. Schlierenzauer 1011,1; 5. Ammann 1008,3; 6. Morgenstern 987,1; 7. Bodmer 936,2; ... 21. Schmitt 739,9; 25. Neumayer 670,1

Bei den Österreichern dagegen herrscht eitel Sonnenschein. Der 25-jährige Andreas Kofler aus dem Stubaital hat die Reifeprüfung bestanden. Zwei Jahre lang suchte er sich und seine Form. "Ich habe das Jahr der Reife mit allen Tiefen durchgemacht", sagt er. "Das Chaos ist endlich ausgeschaltet." In der Außenseiterrolle flog er zu einem Start-Ziel-Sieg. Platz fünf reichte zum Tournee-Triumph.

Zu den Gewinnern zählt auch Janne Ahonen. Er war das Gesicht dieser Tournee. Sein Kopf zierte das offizielle Tour-Plakat, war auf den Straßen zwischen Oberstdorf und Bischofshofen allgegenwärtig. Auch bei den Siegerehrungen. Ein faszinierendes Comeback des 32-Jährigen. "Es wird besser und besser", sagte der stille Mann aus Lahti, der auf seine erste olympische Goldmedaille hofft.

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