Ines Geipel
Der DOSB wird von Ines Geipel kritisiert. Foto: Arno Burgi

Der DOSB wird von Ines Geipel kritisiert. Foto: Arno Burgi

dpa

Der DOSB wird von Ines Geipel kritisiert. Foto: Arno Burgi

Berlin (dpa) - Ines Geipel hat als Vorsitzende des Doping-Opfer-Hilfe-Vereins (DOH) den Umgang von Sport und Politik mit der Doping-Vergangenheit in Deutschland und ihren Folgen kritisiert.

«Wenn es um die Doping-Geschichte und um die Opfer in Ost und West geht, verfällt der Sport, aber auch die Politik in einen komatösen Zustand», sagte Geipel der «Süddeutschen Zeitung» und kritisierte dabei den Deutschen Olympischen Sportbund. Bei jedem Gespräch fange man wieder bei minus Null an. Das sei «zum Kotzen».

Geipel schätzt, dass rund 2000 frühere Sportler unter den Folgeschäden durch die Verabreichung von Dopingmitteln leiden. Dabei habe die Dopingproblematik nicht mit dem Ende der DDR aufgehört. «Inzwischen melden sich Athleten bei uns, die bis 2004 aktiv waren», sagte die frühere Weltklassesprinterin. Der neue Sachstand sei dem DOSB bewusst. Stattdessen werde weiter das Märchen vom sauberen gesamtdeutschen Sport erzählt. «Wir sind Weltmeister - auch im Glauben an unsere Heldengeschichten. Es ist völlig gaga, wie wir die Realität wegdrücken», betonte Geipel.

Die 54-Jährige übte auch Kritik an Diskus-Olympiasieger Robert Harting. Seine «Umdeutung vom Saulus zum Paulus» habe «etwas Sagenhaftes», sagte Geipel und ergänzte: «Es ist gerade mal fünf Jahre her, da war er noch für die Freigabe von Doping und hat diejenigen attackiert, die genau das bei ihm als Problem sahen.»

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