Kölner Sportmanager Michael Mronz will im kommenden Monat sein Konzept einer Bewerbung für die Spiele 2028 mit Kommunen und Politikern abstimmen – und es im Sommer vorstellen.

Olympia Campus Düsseldorf
So sah eine Animation für die gescheiterte Olympia-Bewerbung für das Jahr 2012 aus.

So sah eine Animation für die gescheiterte Olympia-Bewerbung für das Jahr 2012 aus.

Im Jahr 2002 wurde in Düsseldorf eine Flagge für Olympia gehisst. Mit dabei waren die inzwischen verstorbenen Alexander Leibkind (2.v.l) und Oberbürgermeister Joachim Erwin (M). Archiv

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So sah eine Animation für die gescheiterte Olympia-Bewerbung für das Jahr 2012 aus.

Düsseldorf. Monatelang war es ruhig geworden um eine potenzielle Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region für die Olympischen Sommerspiele 2028. Als verfrühtes Wahlkampfgeschrei verspotteten die einen das frühe Erblühen der Träume im Sommer 2016, als ungewollten Vorstoß in Zeiten, in denen die Bevölkerung Hamburgs gerade erst eine Bewerbung für 2024 abgelehnt hatte, identifizierte es der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB).

Das Interesse der Kommunen soll geweckt werden

Am Montag allerdings gab der Kölner Sportmanager Michael Mronz auf dem SpoBis-Kongress in Düsseldorf einen Eindruck davon, wie ernst es ihm mit einer tatsächlichen Bewerbung ist: Schon im Februar will Mronz die Gespräche mit NRW-Politikern, Kommunen und Sportpolitikern führen und das Grundlagen-Konzept für eine eventuelle Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region festzurren, das er vorbereitet hat. Frühzeitig soll es dann auch um grundsätzliches Interesse der Kommunen und die Verteilungen von Sportstätten und Infrastruktur-Pläne gehen.

Kölner Sportmanager Michael Mronz will im kommenden Monat sein Konzept einer Bewerbung für die Spiele 2028 mit Kommunen und Politikern abstimmen – und es im Sommer vorstellen.
So sah eine Animation für die gescheiterte Olympia-Bewerbung für das Jahr 2012 aus.

So sah eine Animation für die gescheiterte Olympia-Bewerbung für das Jahr 2012 aus.

Im Jahr 2002 wurde in Düsseldorf eine Flagge für Olympia gehisst. Mit dabei waren die inzwischen verstorbenen Alexander Leibkind (2.v.l) und Oberbürgermeister Joachim Erwin (M). Archiv

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Im Jahr 2002 wurde in Düsseldorf eine Flagge für Olympia gehisst. Mit dabei waren die inzwischen verstorbenen Alexander Leibkind (2.v.l) und Oberbürgermeister Joachim Erwin (M). Archiv

In diesem Sommer wird Mronz dann sein Konzept der Öffentlichkeit vorstellen – noch vor der Entscheidung im September dieses Jahres, wenn das IOC über den Gastgeber für die Spiele 2024 befindet. Sollte sich das Komitee für den amerikanischen Bewerber Los Angeles und nicht für die Kandidaten Budapest oder Rom aussprechen, hätte eine europäische Bewerbung für 2028 tatsächlich eine reelle Chance. Dass sich der DOSB auch gegenüber unserer Zeitung schon einmal durchaus verhalten zur Idee einer Bewerbung aus NRW geäußert hat, hält Mronz nicht auf. Der Witwer des ehemaligen FDP-Politikers Guido Westerwelle hat eine Initiative aus der Mitte der Gesellschaft begründet, die ohne Steuergelder und mit Sponsoren aus der Wirtschaft die Vorbereitungen trifft. „Es geht jetzt darum, in den Startblock zu kommen und die Vorbereitungen zu treffen. Noch gibt es nichts zu entscheiden“, sagte Mronz. Wenn man damit aber erst im September starten würde, wäre es schon zu spät.

Bis zu 80 Prozent der Sportstätten in der Region stehen bereits

Von der Rhein-Ruhr-Region ist Mronz nach wie vor begeistert. „Hamburg hatte ein tolles Konzept. Aber es ist eben ein komplett anderes. Wir haben ein Konzept, das sich in einer Region abspielt. Und ein nachhaltiges, weil schon jetzt rund 70 bis 80 Prozent der Sportstätten stehen und in NRW rund 600 000 Menschen schon jetzt zeitgleich in Sportstätten unterhalten werden können. Das ist einmalig in Europa.“

Mronz sieht die Chance, mit seiner Bewerbungsinitiative zur rechten Zeit zu kommen. Die olympische Agenda 2020 öffne die Spiele für nachhaltige Spiele in Regionen. „Vielleicht können wir dann die ersten sein, die genau das umsetzen.“ Insider rechnen damit, dass auch Hamburg für die Spiele 2028 ins Rennen gehen könnte – und womöglich vom DOSB favorisiert würde. Mronz hat auch das im Blick. Und arbeitet weiter daran, Begeisterung in NRW zu wecken für eine Idee, die vom Enthusiasmus lebt – und damit Chancen entwickelt. Chancen auch für die schwächelnde Infrastruktur im bevölkerungsreichsten Bundesland „Das Geld, das wir bei den Sportstätten sparen, können wir in andere Dinge wie die Infrastruktur investieren“, sagte Mronz und erinnert: „Die Leverkusener Brücke lässt grüßen.“

Mit seinem Team hat der Sportökonom Mronz Bereits alle Sportstätten inspiziert und eine grundsätzliche Vorstellung davon, wie Olympia hier aussehen könnte. Dabei ist klar: 16 von 30 olympischen Sportarten sind Indoor-Sportarten, auch Messehallen sollen in dem Konzept eine Rolle spielen. Er wolle eine Grundlage für den DOSB schaffen, Sportpolitik und Politik würden später die Entscheidung treffen.

Unterstützung erhielt Mronz am Montag von NRW-Sportministerin Christina Kampmann (SPD): „Ich bin bis heute noch positiv gestimmt. Die Idee ist parteiübergreifend gut angekommen. Und die Stimmung in NRW ist gut dafür. Jeder Dritte ist in NRW in einem Sportverein organisiert“, sagte Kampmann. „Vielleicht passt die Idee auch gerade jetzt gut in die Zeit, wo es viel um Spaltung geht.“ Düsseldorfs Stadtdirektor Burkhard Hintzsche machte auch den Grand Depart der Tour de France im Sommer in Düsseldorf zu einem Prüfstein auf dem Weg zu einer eventuellen Olympia-Bewerbung. Wenn man dann Begeisterung entfache und zeige, was man hier auf die Beine stellen kann, dann „gibt das sicher Rückenwind“.

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