Felix Magath unterschreibt bis 2013 als Trainer und Manager. Clemens Tönnies nennt das „ein Zukunftsmodell“.

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Schalke als ultimative Herausforderung für einen Erfolgsmenschen: Felix Magath kommt.

Schalke als ultimative Herausforderung für einen Erfolgsmenschen: Felix Magath kommt.

dpa

Schalke als ultimative Herausforderung für einen Erfolgsmenschen: Felix Magath kommt.

Gelsenkirchen. Es gibt Momente, da lässt sich ein persönlicher Triumph nicht mehr verdecken. Clemens Tönnies schaute am Mittwoch um die Mittagszeit zufrieden drein, als hätte er die Weltgeschichte verändert. Für den kleinen Schalker Kosmos könnte die Bekanntgabe der Verpflichtung von Felix Magath als Manager und Trainer in den kommenden vier Jahren (bis 2013) ganz sicher eine richtungweisende Personalie sein. Denn der 55-Jährige wird zugleich in den Schalker Vorstand aufrücken, der unter anderem für die Einstellung und die Entlassung des Trainers zuständig ist.

"Dieses Modell ist für mich die Zukunft", sagte Tönnies, der Magath die totale Verantwortung für den sportlichen Bereich übertragen hat. Die sportlichen Ziele formulierte der Aufsichtsratsvorsitzende zurückhaltender: "Am Anfang könnten wir erstmal eine schwere Zeit haben."

Eine Stunde zuvor hatten der VfL Wolfsburg und Felix Magath die Trennung nach Saisonende bekannt gegeben. "Auf Wunsch von Felix Magath haben wir die Schnauze gehalten", sagte Tönnies, der betonte, dass er derjenige war, der die Verpflichtung einfädelte.

Vom Aufsichtsratsvorsitzenden "emotional aufgeladen"

Bereits Anfang März, zeitgleich mit der Entlassung von Manager Andreas Müller, hätten sich Magath und Tönnies die "Hand darauf gegeben, dass Herr Magath nach Schalke kommt, wenn er Wolfsburg verlässt. Ich konnte ihn emotional aufladen", sagt Tönnies. Das entscheidende zweite Gespräch mit Magath habe dann auf einem Bauernhof stattgefunden.

Magath selbst gab sich erleichtert über die Bestätigung seines Wechsels, nachdem dieser bereits vor einer Woche bekannt geworden war. "Ich glaube, es gibt gute Gründe für mich. Aus meiner Sicht sind die Ziele erreicht, die ich mit dem VfL-Aufsichtsrat vereinbart habe", sagte Magath. "Ich glaube nicht mehr an Versprechungen, man könnte im Profifußball langfristig arbeiten."

In Schalke muss Magath mit einem Etat von 40 bis 45 Millionen auskommen. Und davon womöglich noch Horst Heldt bezahlen. "Ich habe mit ihm gesprochen. Wir haben Verwendung für ihn", gab Tönnies offensiv bekannt. Stuttgarts Präsident Erwin Staudt verweigert die Freigabe, Heldt bleibt (noch) zurückhaltend. Tönnies will auch ihn "emotional aufgeladen" haben. Nur noch nicht ganz so intensiv wie Felix Magath.

Kommentar

von Christoph Fischer

In Schalke sind Trainer immer wieder an der großen Erwartungshaltung gescheitert. Kein Verein in der Liga sehnt sich so intensiv nach dem Meistertitel wie Schalke. Dass sie dabei gelegentlich den Blick für die Realitäten verlieren, gehört zur Befindlichkeit dieses Klubs.

Dass der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies den neuen Trainer "emotional aufgeladen" haben will, passt ins Bild. Entspricht aber wieder nicht der Realität. Weil keiner weniger empfänglich für derartige Aufladungen ist wie Felix Magath. Das ist in Schalke seine einzige Chance. Was Magath natürlich weiß.

christoph.fischer@wz-plus.de

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