Lausanne/München (dpa) - Olympische Spiele verursachen olympische Kosten. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wälzt die Risiken auf die Bewerber ab. Dennoch gibt es in Bayern eine große politische Mehrheit für die Bewerbung.

Denn fast alle maßgeblichen Politiker gehen davon aus, dass sich die Spiele trotz der immensen Kosten für Bayern lohnen würden. Die detaillierte Finanzplanung soll erst 2011 bekanntgegeben werden. Bisher bekannt ist Folgendes:

- Geschätzte Gesamtkosten: 2,6 bis etwa 3 Milliarden Euro, aufgeteilt in zwei Blöcke: Ausgaben des Organisationskomitees (1,3 Milliarden Euro, belastet nicht die Allgemeinheit) und der öffentlichen Hand (geschätzt 1,35 bis 1,84 Milliarden). Damit soll im wesentlichen neue Infrastruktur finanziert werden.

Allein die Modernisierung von Bahnstrecke und Straßenverbindung nach Garmisch würde etwa eine halbe Milliarde Euro kosten, die zum größten Teil von der Bundesregierung bezahlt würde. Die Staatsregierung verweist darauf, dass solche Kosten auch ohne Olympia anfallen würden und außerdem die bessere Infrastruktur der Allgemeinheit zugutekommen würde.

Außerdem geplant: zwei neue Sporthallen in München, ein Münchner «Mediendorf» für anreisende Journalisten, zwei Medienzentren in München und Murnau, die Förderung der Hotellerie, um Platz für Olympia-Touristen und -Funktionäre zu schaffen. Praktisch garantiert wären Zusatzeinnahmen für Hoteliers, Wirte, Verkehrsbetriebe und das horizontale Gewerbe. Denn neben den asketischen Sportlern würden tausende Touristen, Journalisten und Olympia-Funktionäre anreisen, die sich während der Spiele ausgiebig vergnügen würden.

Ansonsten steht auf der Haben-Seite der Rechnung die Hoffnung: weltweite Werbung für Bayern und Deutschland, zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten für die regionale Wirtschaft, und über die Dauer der Spiele hinaus ein langfristiger Modernisierungsschub für Eisenbahn, Straßen, Tourismusbetriebe, Wohnungsbau und Sport.

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