Die Play-offs finden voraussichtlich ohne den achtfachen deutschen Meister statt.

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Sichtlich geknickt: Kölns Kapitän Mirko Lüdemann.

Sichtlich geknickt: Kölns Kapitän Mirko Lüdemann.

dpa

Sichtlich geknickt: Kölns Kapitän Mirko Lüdemann.

Köln. Wenn die Kölner Haie am Freitag um 19.30 Uhr in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) bei den Hamburg Freezers antreten, dann können sie sich durch die Live-Übertragung bei Eurosport einem großen Publikum präsentieren. Wobei die Frage ist, ob ihnen das in ihrer derzeitigen Situation überhaupt recht ist. Denn der achtfache deutsche Meister befindet sich im freien Fall. In der letzten Spielzeit erst im Finale an den Berliner Eisbären gescheitert, droht in dieser Saison erstmals das Verpassen der 1981 eingeführten Play-offs. Nach dem 1:2 gegen die Frankfurt Lions sind die Haie Drittletzter, der Rückstand auf Platz 10, der zumindest das Erreichen der Vor-Qualifikation bedeutet, beträgt 14 Spiele vor Ende der Punkterunde zehn Zähler.

"Ich kann mich bei den Fans für unsere Leistung nur entschuldigen", sagte der sichtlich enttäuschte Trainer Rupert Meister. Der 43-jährige wortkarge Bayer ist schon der dritte Übungsleiter in dieser Saison nach Doug Mason und Clayton Beddoes, die beide nicht in der Lage waren, den Klub auf Erfolgskurs zu halten. Sie scheiterten aber auch an Fehlern, die von der sportlichen Führung um Koordinator Rodion Pauels und Manager Thomas Eichin schon vor dem ersten Spieltag gemacht worden waren.

"Wir müssen in Zukunft mit deutlich weniger Mitteln auskommen."

ThomasEichin

Die Haie trennten sich von Ivan Ciernik (HK Nowosibirsk), Sebastian Furchner (Grizzly Adams Wolfsburg) und Sean Tallaire (Kassel Huskies), die im Vorjahr allein 85 Tore erzielten.

Dafür hielten die Verantwortlichen an den in die Jahre gekommenen Dave McLlwain (41), Mirko Lüdemann (35), Stéphan Julien (34), Daniel Rudslätt (34) und Todd Warriner (35) fest. Die Krönung war die Verpflichtung des 34-jährigen Mike Johnson, der in der nordamerikanischen Profiliga NHL auf 683 Einsätze zurückblicken konnte, bei den Haien aber nie zeigte, warum. Am Donnertag wurde der bis Saisonende laufende Vertrag mit dem Kanadier in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst.

Zu den sportlichen Problemen gesellen sich nun die finanziellen. Mit dem im Saisonverlauf eingefahrenen Defizit werden die Kölner die Spielzeit mit einem Minus von einer Million Euro abschließen. "Wir müssen in Zukunft mit deutlich weniger Mitteln auskommen", sagt Manager Eichin. Da tut das drohende Saisonende am 1. März doppelt weh. Wenn in anderen Hallen um die Meisterschaft gespielt wird, steht die Kölnarena leer.

Im Spiel gegen Frankfurt mussten sich die Haie erstmals Schmähgesänge der eigenen Fans gefallen lassen. Und ob Klubchef Heinz Hermann Göttsch weiter zu Investitionen in Millionenhöhe bereit ist, scheint im Moment mehr als fraglich. Die Haie sind von Hundert auf Null, da tröstet auch die Live-Übertragung in Hamburg nicht mehr wirklich.

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