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Mirko Englich will auch bei den Olympischen Spielen 2012 in London kämpfen.

Mirko Englich will auch bei den Olympischen Spielen 2012 in London kämpfen.

dpa

Mirko Englich will auch bei den Olympischen Spielen 2012 in London kämpfen.

Dortmund (dpa) - Sie sind das wohl stärkste Ehepaar der Welt: Der Olympia-Zweite Mirko Englich und Frau Yvonne, dreimalige deutsche Meisterin im Ringen.

Beide haben ein Traum: «Als ich seine Kämpfe gesehen habe, reifte der Wunsch, mit ihm gemeinsam bei den Olympischen Spielen 2012 in London zu kämpfen», sagte die 31-jährige Yvonne, die 2008 in Peking die Silbermedaille ihres Mannes vor Ort in China mitfeierte. Diesem Ziel wird nun alles untergeordnet, denn Yvonne Englich will zu 100 Prozent Mutter, Ehefrau und Sportlerin sein, «weil ich das auch so will», betonte die 67-Kilogramm-Athletin, die 2005 nach einer schweren Knieverletzung eine dreijährige Wettkampfpause eingelegt hatte.

Zuletzt hatte sie oft zugunsten ihres Mannes verzichten müssen. Denn der 102-Kilo-Mann, der sich regelmäßig zu den Wettkämpfen auf sein Limit bis 96 Kilogramm runterschwitzen muss, gilt als Aushängeschild des Deutschen Ringer-Bundes (DRB). Doch trotz Familie mit dem siebenjährigen Sohn Noah - inzwischen selber Landesmeister im Ringen - und Schwesterchen Lotte (4 Jahre) wurde alles umgekrempelt. «Wir sind beide nach Frankfurt/Oder gezogen, Noah und Lotta gehen nun dort zur Schule und in den Kindergarten und werden von den Großeltern betreut, wenn wir unterwegs sind. Oma und Opa kamen extra mit von Witten an die Oder», sagte Mirko Englich, der sich bereits 2007 nach der WM in Baku dem Leistungszentrum an der Oder anschloss.

Kennengelernt hat sich das Ringer-Paar natürlich auf der Matte. «Das war bei den deutschen Meisterschaften 2000 in Gelenau. Ich ging über die Matte und plötzlich fiel mich ein Mädchen an und kämpfte mit mir», erinnerte sich der Zwei-Zentner-Mann, der die Angreifende nach wenigen Techniken auf beide Schultern gedrückt hatte. «Doch das hat sie sich nicht gefallen lassen und mich in den Bauch gebissen. Dabei hatte es gefunkt», betonte Mirko Englich, der nach seinem Erfolg in Peking eigentlich schon ans Aufhören dachte.

Nach zweimaliger Babypause und Verletzungssorgen startete Yvonne Englich jeweils ein furioses Comeback. Im Vorjahr bei den deutschen Meisterschaften wurde sie erst im Finale von Junioren-Europameisterin Aline Focken (KSV Krefeld) gestoppt. «Als Vizemeisterin der 63- Kilogramm-Klasse musste ich vor der EM in Dortmund gegen die Meisterin im Limit bis 67 Kilogramm um das Ticket kämpfen», betonte Yvonne Englich, die das interne Ausringen gegen Lisa Geyer (AV JC Zella-Mehlis) gewann.

Nun will sie wieder in die olympische Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm zurück. «Es gibt noch genügend internationale Wettkämpfe, bei denen ich mich an Aline Focken vorbeischieben kann», gibt sie sich kämpferisch. Dabei überlässt sie nichts dem Zufall, arbeitet selbst mit einem Mentaltrainer zusammen, weil «vieles einfach Kopfsache ist».

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