Nach dem Schalker Triumph in München braucht Bayerns Trainer die Qualifikation für die Champions League.

Ratlos
Bayern Münchens Trainer Louis van Gaal steht unter gehörigem Erfolgsdruck.

Bayern Münchens Trainer Louis van Gaal steht unter gehörigem Erfolgsdruck.

dpa

Bayern Münchens Trainer Louis van Gaal steht unter gehörigem Erfolgsdruck.

München. Man konnte sich das verärgerte Gesicht von Uli Hoeneß nur vorstellen. Im abgeschirmten Spielerbereich des Münchner Stadions war der Präsident des FC Bayern München zu Manuel Neuer gegangen und hatte sich beim Schalker Torhüter für die Anfeindungen der Bayern-Anhänger während des Halbfinales im DFB-Pokal entschuldigt.

„Damit ist die Sache für mich erledigt“, sagte Neuer, der der gefragteste Mann des Abends war. Der Öffentlichkeit zeigte sich Hoeneß nach dem verdienten 1:0 der Schalker, das Raúl bereits nach 15 Minuten erzielt hatte, nicht. Zu sehr dürfte ihn diese Niederlage persönlich getroffen haben. Hoeneß verschwand wortlos in die Münchner Nacht.

Mit Pfiffen und Transparenten hat Neuer kein Problem

Der Geschmähte selbst ließ sich nichts anmerken. Die Zuschauer hatten vor dem Spiel Tausende Schilder mit der Aufschrift „Koan Neuer“ hochgehalten, während des Spiels wurde der Torhüter mit gellenden Pfiffen bedacht. Neuer ließ sich davon allerdings nicht aus der Ruhe bringen und zeigte eine souveräne Leistung.

Er hatte mit seinen Paraden entscheidenden Anteil am Schalker Erfolg. „Ich achte während des Spiels nicht auf Transparente, sondern auf den Ball“, vermied er jegliche emotionale Bemerkung. Womöglich könnte dieser Abend auch Einfluss darauf haben, ob der Torhüter nach dieser Saison nach München umziehen und dem Werben der Bayern nachkommen wird.

„Ich habe nie gesagt, dass ich hierher wechseln werde“, sagte Neuer, der in Schalke einen Vertrag bis 2012 besitzt. Dennoch wollte der 24-Jährige den Schmähungen nicht zu große Bedeutung beimessen. „Das sind Sachen, mit denen müssen Profispieler leben“, sagte Neuer.

Auf den FC Bayern wartet in Hannover das nächste „Endspiel“

FC Bayern - Schalke 0:1 (0:1) Duisburg - Cottbus 2:1 (1:0)

Das Endspiel findet am 21. Mai in Berlin statt (20 Uhr/ ARD).

Den Finaleinzug von Schalke 04 im DFB-Pokal am Mittwochabend haben fast elf Millionen Zuschauer am Fernseher verfolgt. Das ZDF erreichte einen Marktanteil von 32,6 Prozent.

Auch Luis van Gaal ist Profi genug, um zu wissen, dass es in München turbulent wird, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Zwei bittere Niederlagen in fünf Tagen lassen alte Wunden aufbrechen und entfachen erneut die Diskussion um den Trainer des FC Bayern. Viele Beobachter sehen für das Bundesligaspiel am Samstag in Hannover bereits ein Endspiel auf den Holländer zukommen.

„Wenn man zweimal hintereinander sehr wichtige Spiele verliert, wird immer die Frage nach dem Trainer gestellt“, sagte der 59-Jährige. „Das muss der Vorstand entscheiden – nicht ich“, sagte van Gaal: „Ich mache meine Arbeit – und ich denke, dass ich das gut mache.“ Noch habe man reizvolle Ziele, versuchte van Gaal zu beschwichtigen: „Unser Ziel ist der zweite Platz, das ist immer möglich.“

Uli Hoeneß will von einer Krisensituation nichts wissen

Kapitän Philipp Lahm schlug nach der Pokalpleite Alarm: Das Auswärtsspiel in Hannover sei nun „vielleicht das wichtigste Spiel in der Saison. Es geht da um Alles, um Platz zwei, da müssen wir unbedingt gewinnen.“

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge stellt sich bereits auf eine Saison ohne Titel ein: „Wir sollten nicht anfangen zu träumen und jetzt die Parole ausgeben: ‘Jetzt muss man Champions-League-Sieger werden’“, sagte Rummenigge in dieser tristen Münchner Nacht. Grund zur Unruhe sieht Bayern-Präsident Uli Hoeneß dennoch nicht: „Verlieren gehört zum Sport dazu. Es ist noch keine Krisensituation.“ Die Qualifikation für die Champions League entscheidet über die Zukunft von van Gaal.

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