Windeck darf sich trotz des 0:4 als Gewinner fühlen.

Noch etwas traurig bedanken sich die Windeck-Spieler nach dem Schlusspfiff bei den Fans.
Noch etwas traurig bedanken sich die Windeck-Spieler nach dem Schlusspfiff bei den Fans.

Noch etwas traurig bedanken sich die Windeck-Spieler nach dem Schlusspfiff bei den Fans.

dpa

Noch etwas traurig bedanken sich die Windeck-Spieler nach dem Schlusspfiff bei den Fans.

Köln. Sie waren sich so sicher. "Die hauen wir weg", tönten die fünf bierseligen Windecker auf dem Weg zum Stadion. Knapp zwei Stunden später mussten sie einsehen, dass zwischen ihrer Germania und dem FC Bayern München nicht nur vier Ligen, 79,4 Millionen Euro Saisonetat und 149 200 Vereinsmitglieder liegen, sondern eben auch vier Tore.

Mit 41000 Zuschauern Rekord für Amateure im Pokal

Die Bayern haben ihre Pflichtaufgabe in der ersten Runde des DFB-Pokals erledigt, der NRW-Ligist Germania Windeck hat einen unvergesslichen Abend erlebt und mit 41100 Zuschauern in Köln den neuen Rekord für ein Erstrunden-Spiel zwischen Amateuren und Profis aufgestellt.

"Das hat richtig Spaß gemacht. Ich bin stolz, Kapitän dieser Mannschaft zu sein", sagte Windecks Thorsten Nehrbauer. Der Ex-Profi hatte vor lauter Aufregung den Wimpel für Bayern-Kapitän Mark van Bommel im Hotelzimmer liegen lassen. Es ist eben etwas Besonderes, wenn ein ganzes Städtchen 60 Kilometer weit fährt, um "Zieht den Bayern die Lederhosen aus" zu singen. Dem DFB-Pokal sei Dank.

Klose erzielt erst kurz vor der Pause die 1:0-Führung

Zum Spiel nur soviel: In Hälfte eins warfen sich die Windecker tapfer in jeden Münchener Vorstoß, trugen den schönsten Angriff vor, doch Miroslav Klose (44.) und Franck Ribéry (45.) trafen kurz vor der Pause. Danach waren die Bayern routiniert genug und Windeck platt. Toni Kroos (84.) und Mario Gomez (85.) waren noch erfolgreich.

Die Germania ist nach ihrem "Jahrhundertspiel" keineswegs nur Verlierer: Präsident Heinz-Georg Willmeroth kann mit den Einnahmen von etwa einer halben Million Euro den Kredit für die neue Tribüne im heimischen Stadion tilgen. Für Germanen-Kapitän Nehrbauer und seine Kollegen ist ab heute wieder Fünfte-Liga-Alltag. Mitspielern, die zu lange an der schönen Erinnerung vom Bayern-Spiel hängen, will der Kapitän persönlich "in den Allerwertesten treten".

Schließlich möchte Windeck zum dritten Mal in Folge den Mittelrhein-Pokal gewinnen und als NRW-Liga-Meister in die Regionalliga aufsteigen. Zumindest in dieser Zielsetzung sind sich die beiden Klubs ganz ähnlich.

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