Charkow
Charkow hat mit dem «Ploshcha Svobody», auf dem eine Lenin-Statue thront, eine riesige Fan-Zone. Foto: Sergey Dolzhenko

Charkow hat mit dem «Ploshcha Svobody», auf dem eine Lenin-Statue thront, eine riesige Fan-Zone. Foto: Sergey Dolzhenko

dpa

Charkow hat mit dem «Ploshcha Svobody», auf dem eine Lenin-Statue thront, eine riesige Fan-Zone. Foto: Sergey Dolzhenko

Ort:Charkow
Einwohner:1 461 000
Internet:www.city-kharkiv.com.ua
Land:Ukraine
Provinz:Oblast Charkow

Ganze 1 600 Kilometer muss die deutsche Nationalmannschaft von ihrem EM-Quartier in Danzig zum Vorrundenmatch gegen die Niederlande hinter sich bringen: Kurz vor der russischen Grenze liegt die mit fast 1,5 Millionen Einwohnern zweitgrößte Stadt der Ukraine. Charkow wurde im Jahre 1654 als Festung zur Verteidigung der Südgrenze des Russischen Zarenreichs gegründet und ist bis heute sprachlich und ethnisch vom großen Nachbarn dominiert. Nach der Oktoberrevolution war Charkow ab 1918 Hauptstadt der ukrainischen Sowjetrepublik, ehe dieser Status 16 Jahre später Kiew zugesprochen wurde. Unter Stalin kam es zur Verfolgung ukrainischer Nationalisten und Intellektueller, ehe nach dem Einmarsch deutscher Truppen im Zweiten Weltkrieg ein noch dunkleres Kapitel der Geschichte aufgeschlagen wurde.

Bereits 1805 schwang sich die Stadt mit Gründung ihrer ersten Universität zum Bildungs- und Wissenschaftszentrum für heute über 100 000 Studenten auf. Hier entstand auch das Zentrum der sowjetischen Atomindustrie, die sogar im Wappen der Stadt symbolisch verewigt wurde. Schon vor dem zweiten Weltkrieg wichtiger Standort von Rüstungs- und Schwerindustrie, entwickelte sich Charkow im ansonsten landwirtschaftlich geprägten Nordosten der Ukraine zum bedeutenden Sitz sowjetischer Maschinen-, Militär- und Nukleartechnik. Nach dem Rückgang dieser Industriezweige konzentriert sich der Maschinenbau in Charkow heute auch auf Hochtechnologiebereiche.

Größte Sehenswürdigkeiten sind eine 1.4 km lange Seilbahn über der Stadt, sowie der «Ploscha Svobody», der Freiheitsplatz. Auf dem neuntgrößten Platz der Welt befindet sich unter anderem der erste sowjetische Wolkenkratzer. Die industrielle Geschichte Charkows findet sich auch im wichtigsten Fußballklub der Stadt wieder: „Metalist“ wurde 1925 von Arbeitern der Eisenbahnfabrik gegründet und ist heutzutage dritte ukrainische Kraft hinter Schachtjor Donezk und Dynamo Kiew. Nach dem Sowjetischen Pokalsieg 1988 ist die Teilnahme im Achtelfinale der Europa League 2009 größter Erfolg der Vereinsgeschichte. In der Saison 2010/11 flog man eine Runde früher gegen Bayer 04 Leverkusen raus. In anderen Disziplinen waren Vertreter der Stadt wesentlich erfolgreicher: Insgesamt 40 olympische Medaillengewinner kamen aus Charkow.

Fan-Zone: Ploshcha Svobody

Entfernungen zu anderen den EM-Orten:

Donezk 315 km, Kiew 480 km, Lwiw 1015 km, Warschau 1240 km, Breslau 1600 km, Posen 1530 km, Danzig 1600 km

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