Sebastian Vettel gewinnt in Shanghai den zweiten Grand Prix seiner Karriere.

wza_1500x923_482245.jpeg
Ungläubig steht Sebastian Vettel auf dem Siegerpodest. Der zweite Grand-Prix-Erfolg gilt als Bestätigung seines großen Talents.

Ungläubig steht Sebastian Vettel auf dem Siegerpodest. Der zweite Grand-Prix-Erfolg gilt als Bestätigung seines großen Talents.

dpa

Ungläubig steht Sebastian Vettel auf dem Siegerpodest. Der zweite Grand-Prix-Erfolg gilt als Bestätigung seines großen Talents.

Shanghai. Regenkönig Sebastian Vettel riss die Fäuste in den weinenden Himmel, dann stieg er nach dem spektakulären zweiten Formel-1-Sieg seiner Karriere auf der Rutschpiste von Shanghai lachend auf seinen Red Bull. "Das war sensationell, ein Traum", brüllte Vettel nach dem ersten Erfolg für sein österreichisches Team über Funk und jauchzte nach dem wohl härtesten Rennen seines Lebens: "Es war so schwierig da draußen. Danke, danke ans Team."

Nach zwei Safety-Car-Phasen auf der teilweise unter Wasser stehenden Strecke fuhr Vettel nach knapp zwei Stunden Rennzeit einen Vorsprung von 10,9 Sekunden auf seinen australischen Teamkollegen Mark Webber heraus. Das 21 Jahre alte Supertalent hatte bei der deutschen Hymne auf dem Podest feuchte Augen, dann duschte Vettel die nassen Mechaniker mit Champagner und schloss Teamboss Christian Horner in die Arme:³ "Man hat nichts gesehen, das war ein Rennen hart an der Grenze. Ich bin so unglaublich glücklich, dass ich für euch den ersten Sieg geholt habe." Vielleicht lag es an seinen zwei Glücksmünzen im Schuh.

Diesmal hatte der um 44,9 Sekunden distanzierte Dritte Jenson Button nicht die Spur einer Chance. "Dieser Vettel ist riesig gefahren. Wir konnten machen, was wir wollten, er war einfach zu gut für uns", sagte selbst Ross Brawn vom WM-Erzrivalen.

Am 14. September 2008 hatte Vettel für Red Bulls B-Team Toro Rosso in Monza ebenfalls auf regennasser Piste den ersten Sieg herausgefahren und als jüngster Pilot der Formel-1-Geschichte einen Sieg gefeiert. Jetzt träumt Vettel davon, auch der jüngste Weltmeister aller Zeiten zu werden: "Erst feiern wir richtig, danach wollen wir den entscheidenden Schritt machen und das beste Team im Feld werden."

"In den letzten Runden hätte ich das Auto am liebsten ins Ziel getragen."

 

In Vettels Schatten fuhr Timo Glock nach einer starken Leistung von Startplatz 19 auf Position sieben und hat wie der Bubi-Schumi bereits zehn WM-Punkte auf dem Konto. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) landete nach einem völlig verpatzten Wochenende ohne Punkte auf Rang zwölf. "Es wird bei uns von Rennen zu Rennen schlechter", schimpfte Heidfeld.

Vettel profitierte derweil vom Start hinter dem Safety Car wegen des starken Regens. "Das Team hat die ganze Nacht über gearbeitet. Der Sieg gehört vor allem ihnen", sagte Vettel. Erst in Runde acht begann das Rennen vor 100000 nassen Fans richtig. In Runde 14 kollidierte Glock mit Heidfeld, der Crash raubte beiden die Chance auf einen Podestplatz. In der zweiten Safety-Car-Phase krachte Buemi vom Red-Bull-Partnerteam Toro Rosso ins Heck von Vettel. "Ich hatte sehr großes Glück, dass ich das Rennen fortsetzen konnte", meinte Vettel. Nach 37 Umläufen musste der Hesse an die Box, er zog jedoch in Runde 41 mit einem spektakulären Überholmanöver an Button vorbei und gewann. "In den letzten Runden hätte ich das Auto am liebsten ins Ziel getragen. Überall flossen Flüsse die Strecke hinunter, da hast du gebetet, dass du das Auto auf der Strecke hälst", sagte Vettel.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer